Beim Treffen mit Ministerin Giannini, an dem am Vormittag im Unterrichtsministerium in Rom auch Schulamtsleiter Peter Höllrigl und Senator Hans Berger teilnahmen, strich Bildungslandesrat Philipp Achammer die Notwendigkeit nach mehr Gestaltungsspielraum für Südtirols Schule hervor: "Um unserem Schulsystem und seinen besonderen Bedürfnissen besser gerecht werden zu können, brauchen wir mehr autonome Befugnisse."Ziel des Landes sei es, die Kompetenz für das Dienstrecht der Lehrpersonen der Schulen staatlicher Art in die primäre Gesetzgebungsbefugnis des Landes zu übernehmen, so wie dies in der Provinz Trient oder der Region Aosta bereits der Fall sei."Genauso möchten wir Wochenstundenpläne, Curricula sowie Bewertungssysteme freier und unabhängiger gestalten können, denn die zentralen Vorgaben des Staates grenzen hier allzu oft ein", erklärt Achammer seine Forderungen an Rom.Dasselbe gelte auch für die staatlichen Abschlussprüfungen. Um der spezifischen Situation von Südtirols Schulwelt besser entsprechen zu können, seien Anpassungen in der Lehrkräfteausbildung an der Universität sowie den Lehrbefähigungsstudiengängen erforderlich. "In erster Linie um den jungen Lehrkräften eine praxisbezogene Ausbildung sowie mehr Sicherheit in ihrer Berufsplanung zu ermöglichen."Auch auf die Bedeutung der dualen Ausbildung wies Bildungslandesrat Philipp Achammer hin. "Auf gesamtstaatlicher Ebene ist die klassische Lehre leider nach wie vor so gut wie unbekannt, denn schließlich werden knapp 90 Prozent der gesamten Lehrverhältnisse in Südtirol abgeschlossen", so Achammer.Im Zuge der anstehenden Arbeitsmarktreformen müsse deshalb der Lehre mehr Beachtung geschenkt werden. Unterrichtsministerin Giannini kündigte an, im Rahmen der Sitzung des Ministerrates am Freitagnachmittag die Anliegen Südtirols vorbringen zu wollen.lpa