Samstag, 02. Dezember 2017

Glettler: „Über ein Diakonat für Frauen würde ich mich freuen“

Er hat zweifellos das Zeug, die Liste der beliebten und originellen Oberhirten in der Nachbardiözese wie Reinhold Stecher und Manfred Scheuer fortzusetzen: Der Steirer Hermann Glettler (52) wird diesen Samstag zum Oberhirten des Bistums geweiht. Auch im Gespräch mit den „Dolomiten“ überrascht er mit besonderen Akzenten und Ideen.

"Ein Christ lebt nicht nur für sich privat", meint Hermann Glettler.
Badge Local
"Ein Christ lebt nicht nur für sich privat", meint Hermann Glettler. - Foto: © APA

„Dolomiten“: Was bedeutet die Weihe zum Bischof für Sie ganz persönlich?

Hermann Glettler: Ich freue mich auf die Weihe und habe zugleich hohen Respekt vor dem Amt, das mir da übertragen wird. Das übersteigt jeden, der sich nur einigermaßen selbst einschätzen kann. Ich vertraue darauf, dass der Heilige Geist mich inspirieren und gut begleiten wird. Sonst wäre ich wohl aufgeschmissen. Die Weihe empfinde ich als Verpflichtung, für die Einheit der Ortskirche zu sorgen und mutig voranzugehen. Wir alle dürfen Fehler machen, auch ein Bischof!

„D“: Freistellung des Zölibats, „viri probati“, Diakonat für Frauen: Welche Reformen auf Ebene der Weltkirche halten Sie für wirklich dringend?

Glettler: Die größte Reform ist immer ein geistlicher Prozess. Für mich ist Papst Franziskus das größte Vorbild. Also weg von einer kirchlichen Nabelschau hin zu den Menschen und ihren wirklichen Fragen und Nöten. Wenn darüber hinaus die weltkirchliche Entwicklung in Richtung eines Diakonats für Frauen geht, würde ich mich freuen. Wichtig ist, dass von uns allen ein „diakonaler“ Dienst im eigenen Lebensumfeld ganz selbstverständlich wahrgenommen wird. Ein Christ lebt nicht nur für sich privat. Ich kann mir auch die Weihe der sogenannten „viri probati“ vorstellen – ohne dass ich daraus eine große Schlagzeile machen möchte.

Interview: Martin Lercher

Das vollständige Interview und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol