Das Glücksspiel und mögliche Maßnahmen zu dessen Einschränkung standen am Donnerstag im Mittelpunkt der Staat-Regionen-Konferenz in Rom. Diskutiert wurde über einen Vereinbarungsentwurf, der die Spielstätten (Bars, Gaststätten, Tabakwarenhandlungen) definiert und deren Verteilung begrenzt, um der Spielsucht entgegen zu wirken. Die Vereinbarung soll in der Folge von Regierung, Regionen und Lokalkörperschaften unterzeichnet werden. Landesregierung setzt auf restriktive HandhabeSüdtirol war bei der Sitzung in Rom durch Landesrätin Martha Stocker vertreten. Die Landesrätin bekräftigte einmal mehr den Standpunkt der Landesregierung für eine restriktive Handhabe des Glücksspiels, eine Beschränkung der Spielstättenanzahl und der Spielzeiten: "Für uns steht der Schutz der Gesundheit im Mittelpunkt", betonte die Landesrätin.Jugendliche beispielsweise gelte es besonders zu schützen, aber auch suchtgefährdete Menschen oder Menschen in Krisensituationen. Spielautomaten sollen verringert werdenEine endgültige Entscheidung über die gesamtstaatliche Vereinbarung zwischen Regierung, Regionen und Lokalkörperschaften zum Glücksspiel soll im September fallen."Es war wichtig, dass wir unseren Standpunkt heute erneut klar kundgetan haben", bekräftigte Landesrätin Stocker, "die Regierung ihrerseits hat angekündigt, die Anzahl der Spielautomaten auf gesamtstaatlicher Ebene im Laufe der kommenden drei Jahre um 30 Prozent verringern zu wollen."Glücksspiel bringt Staat Einnahmen von 10,5 Milliarden EuroIm vergangenen Jahr flossen aus dem Glücksspiel 10,5 Milliarden Euro in die Staatskassen, von denen mit 5,8 Milliarden Euro mehr als die Hälfte aus dem Bereich der Spielautomaten und elektronischen Glücksspiele stammte. Parallel dazu steigt die Spielsucht italienweit, aber auch in Südtirol an.Um der Spielsucht entgegen zu wirken, hatte das Land mit eigenem Gesetz bestimmte Zonen, darunter beispielsweise Bereiche in Schulnähe, als sensible Zonen ausgewiesen und bestimmt, dass im Umkreis von 300 Metern der Betrieb von Spielhallen und ähnlichem nicht gestattet ist. Diese einschränkenden Bestimmungen will Südtirol auch Rom gegenüber verteidigen. lpa/stol