Montag, 06. Februar 2017

„Goldener Benito“: Aufruhr im Stadtrat

Weil einige Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit dem Bozner Bürgermeister einen Negativpreis überreicht haben, ist es im Stadtrat zu einem Eklat gekommen.

Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi konnte über den „Goldenen Benito“ nicht lachen. - Foto: Süd-Tiroler Freiheit
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Bozens Bürgermeister Renzo Caramaschi konnte über den „Goldenen Benito“ nicht lachen. - Foto: Süd-Tiroler Freiheit

Vertreter der Bozner Ortsgruppe der Süd-Tiroler Freiheit, Eva Klotz und der ehemalige Bozner SVP-Vizebürgermeister Oswald Ellecosta haben am Montag dem Bürgermeister Renzo Caramaschi den „Goldenen Benito“ überreicht. 

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

„Diesen Negativpreis erhält Caramaschi für seine Beihilfe zur Förderung einer positiven faschistischen Erinnerungskultur in Südtirol und Italien“, erklärte die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung.

Vorwurf: Zweigleisigkeit

Dabei ging es unter anderem um den Streitfall des Markuslöwen und der römischen Wölfin, die auf die Säulen gegenüber dem Siegesdenkmal in Bozen zurückgehievt werden sollen. Ein Einspruch von Seiten Cristian Kollmanns zur Wiederaufstellung der römischen Statuen war von Caramaschi abgelehnt worden: „Die Anfertigung der Duplikate ist daher nicht als eine symbolische Aussage zu betrachten, sondern auf den kunsthistorischen Stellenwert der beiden Skulpturen zurückzuführen.“

Damit „fördert Caramaschi eine scheinbar positive Kultur der Erinnerung an den Faschismus und will diesen als ‚Faschismus light‘ relativieren und zukunftstauglich machen“, so der Bozner Ortssprecher Kollmann. Dies stehe im Widerspruch zum Beitrag Caramaschis an der „We remember“-Aktion, die kürzlich im Gedenken an den Holocaust veranstaltet wurde.

Wutentbrannter Caramaschi: „Sollen sich schämen“

Caramaschi selbst war über diesen „Preis“ wenig erfreut: Er zerschmetterte die 50 Zentimeter hohe Statuette, beschimpfte die Eindringlinge als „pagliacci“ und ließ sie vor die Tür begleiten. 

Foto: Süd-Tiroler Freiheit

In einer Aussendung erklärte Caramaschi anschließend: „Was sich Kollmann, Klotz, Ellecosta und ihre Begleiter geleistet haben, ist eine Clownerie. Ich lasse mich von diesen Leuten nicht beleidigen. Scheinbar müssen sich diese Menschen mit derartigen Dummheiten Zeit vertreiben. Wenn das auch noch dazu Volksvertreter sind und mit derartig peinlichen Auftritten provozieren wollen, dann sollen sie sich schämen.“

Es sei eine eine Unanständigkeit, die hier inszeniert worden sei: „Ich lasse mir keine Mussolini-Statue überreichen, weil ich mich zeitlebens den Faschismus abgelehnt habe und es heute noch tue. Diese Leute waren unangemeldet und haben bei ihrer Störaktion Dummheiten von sich gegeben.“

stol

stol