Die zerstrittenen Parteien im Parlament machten aber alle Pläne zunichte, weil einerseits keine Gruppierung imstande ist, alleine einen Kandidaten durchzuwählen, und andererseits die Parteien sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen konnten. <BR /><BR />Einzig Ministerpräsident Mario Draghi hätte die Chance gehabt, eine Mehrheit zu erreichen, dann wäre aber bei der Suche nach seinem Nachfolger als Ministerpräsident eine Regierungskrise unausweichlich gewesen.<BR /><BR />In dieser Situation hat Mattarella erkannt, das Wohl des Staates verlange seine persönlichen Befindlichkeiten zurückzustellen und sich der Wahl zu stellen. Mit einer Dreiviertelmehrheit (759 von 1009 Stimmen) hat das erweiterte Parlament diese weitsichtige Geste belohnt.<BR /><BR />Mattarella ist die beste Wahl! Er ist ein zusätzlicher Garant für die Stabilität Italiens, die Ministerpräsident Draghi erreicht hat. Und Mattarella ist als christlich-sozialer Politiker ein unerschrockener Verfechter der Demokratie, der die erfolgsgetriebenen Parteiführer ausbremst, wenn sie das Gemeinwohl aus den Augen verlieren, um politisches Kleingeld zu sammeln. <BR /><BR />Sergio Mattarella ist als Staatspräsident auch ein gewichtiger Verteidiger der Verfassung und somit auch der Autonomien. Als Rechtswissenschaftler (er lehrte an der Universität Palermo) und ehemaliger Richter des Verfassungsgerichtshofes gilt er als Verfassungsspezialist. <BR /><BR />Mattarella hat bewiesen, dass er für die Autonomen Regionen und Provinzen einsteht, und dass er auch die lokalen Autonomien und die Rolle der Bürgermeister stärkt, frei nach dem Subsidiaritätsprinzip: Der Staat soll sich nicht einmischen, was die unteren Verwaltungsebenen selbst regeln können.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="730580_image" /></div> Wir Südtiroler müssen Staatspräsident Sergio Mattarella besonders dankbar sein, dass er eine zweite Amtszeit anhängt. Er hat in seinen ersten sieben Jahren als Staatspräsident gezeigt, dass ihm die Belange der Südtiroler immer sehr am Herzen liegen. <BR /><BR />Mattarella kommt aus der DC-Strömung von Aldo Moro und war Minister bei Giulio Andreotti. Moro und Andreotti kann man zu den italienischen Vätern des Paketes zählen. Mattarella kommt folglich aus dem Gefolge der italienischen Politiker, die sich für Südtirol einsetzen, weil sie überzeugt sind, dass die Südtirol-Autonomie eine gerechte Lösung im europäischen Sinne ist.<BR /><BR />Auch seine gute Beziehung zum österreichischen Bundespräsidenten, dem Tiroler Alexander Van der Bellen, wird sich weiterhin fruchtbringend auf Südtirol auswirken. Die beiden Wissenschaftler sprechen dieselbe Sprache und haben schon so manches spannungsgeladene Erbstück der italienisch-österreichischen Beziehungen entkrampft. <BR /><BR />Freuen wir uns also auf die zweite Amtsperiode von Sergio Mattarella mit einem kräftigen Dank: Grazie Presidente Sergio Mattarella!