Donnerstag, 09. September 2021

Green-Pass-Pflicht in Italien ausgeweitet

Italien hat am heutigen Donnerstag die geltende Green-Pass-Pflicht weiter ausgedehnt.

Italien dehnt die für das Gesundheitspersonal geltende Impfpflicht aus.
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Italien dehnt die für das Gesundheitspersonal geltende Impfpflicht aus. - Foto: © APA/THEMENBILD / GEORG HOCHMUTH
Der Ministerrat billigte am heutigen Donnerstag eine Verordnung, mit der der Impfzwang für das Personal von Seniorenheimen eingeführt wird. Die Maßnahme gilt auch für externes Personal der Senioreneinrichtungen, wie Reinigungskräfte, teilte die Regierung mit. Beschlossen wurde die Ausweitung des sogenannten Grünen Passes für das Personal von Schulkantinen.

Der Grüne Pass ist ein Zertifikat in digitaler Form oder in Papierform, das zeigt, ob jemand eine Covid-19-Impfung erhalten hat, negativ getestet wurde oder unlängst von der Krankheit genesen ist. Er wurde vergangene Woche auf Schulen und Universitäten ausgeweitet.

Suspendierung nach 5 Tagen

Dadurch müssen zum Beispiel Lehrkräfte einen Corona-Impf-, Negativtest- oder Genesungsnachweis haben, um zum Präsenzunterricht kommen zu dürfen. Wer 5 Tage lang den Grünen Pass nicht vorweist, wird ohne Gehalt vom Dienst suspendiert. Italien hatte bereits im Mai einen Impfzwang für das Gesundheitspersonal eingeführt.

„Die Regierung betrachtet das Grüne Zertifikat als Instrument der Freiheit, das für die wirtschaftliche Erholung des Landes notwendig ist. Es wird bald eine zusätzliche Ausweitung der Verpflichtung zum Grünen Pass geben“, sagte Ministerpräsident Mario Draghi während der Sitzung des Ministerrats. Erwartet wird, dass der Grüne Pass auch für Beamte eingeführt wird.

600 Universitätsprofessoren unterzeichneten indes einen Appell gegen den Grünen Pass in Schulen und Universitäten. Sie beklagten „diskriminierende Aspekte“ in Zusammenhang mit dem Gesundheitspass, die mit der epidemiologischen Lage in Italien nicht gerechtfertigt seien. Universitäten seien „Orte der Integration“. Sie regten eine „ernsthafte und tiefgreifende Debatte über die Gefahren einer solchen Maßnahme“ an, heißt es in dem Text.

Impf- und Green-Pass-Gegner hatten in den vergangenen Tagen in Chatgruppen des Dienstes Telegram zu Protesten aufgerufen. In den Gruppen wurden auch immer wieder Kontaktdaten von Virologen, Ministerien und Organisationen geteilt mit dem Aufruf, diese mit Botschaften gegen den Grünen Pass zu überfluten. Zuletzt gab es in Italien landesweit heftige Proteste gegen die Corona-Politik der Regierung.

stol