Die Europäer verstärken vor einer weiteren Milliardenspritze für Griechenland ihren Druck auf die Regierung in Athen.EU-Währungskommissar Olli Rehn ließ am Montag in Brüssel von seinem Sprecher erklären, für Griechenland sei der „Augenblick der Wahrheit“ gekommen. Rehn weiter: „Das ist die letzte Chance, den Zusammenbruch seiner Wirtschaft zu verhindern – die Kriterien müssen vollständig erfüllt sein, bevor die Mittel verfügbar sind.“Die Regierung in Athen hat nur noch Geld für wenige Tage – ohne die nächste Kapitalhilfe von acht Milliarden Euro ist das Land pleite.Unterdessen schnellten Bank-Aktien an den europäischen Börsen in die Höhe: Händler reagierten auf Gerüchte über mögliche Finanzspritzen für Geldhäuser.Die Lage wird dennoch dramatisch – auch deshalb, weil sich die Auszahlung der neuen Kredittranche verzögern dürfte.Rehns Sprecher sagte, die Euro-Finanzminister würden aller Voraussicht nach nicht bei ihrer nächsten Sitzung am 3. Oktober in Luxemburg darüber entscheiden. Schon vor der Auszahlung der fünften Tranche im Juli hatte es eine wochenlange Zitterpartie gegeben.Vor einem Beschluss müsse erst der Bericht der sogenannten Troika von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) über die Fortschritte Athens bei der Budgetsanierung vorliegen.Bisher sei aber immer noch nicht klar, wann genau die Missionschefs von Kommission, IWF und EZB nach Athen zurückkehrten: „Wir erwarten, dass dies sehr bald sein wird. Die Arbeit geht voran“, sagte der Sprecher. Die Euro-Finanzminister könnten sehr rasch entscheiden.Die EU-Kommission signalisierte, sie sei weiter offen für eine weitere Aufstockung des Rettungsfonds für angeschlagene Eurostaaten (EFSF).