Nur einen Tag nach der Einigung der Parteichefs auf neue Einschnitte bröckelt die Regierung des parteilosen Ministerpräsidenten Lucas Papademos. Die Mehrheit bei der entscheidenden Abstimmung am Sonntag im Parlament scheint jedoch noch sicher zu sein. Am Abend wollte Ministerpräsident Lucas Papademos in einer Rede vor dem Ministerrat erläutern, wie es weitergehen soll. Bis zum Abend waren fünf Mitglieder der 50-köpfigen Regierung zurückgetreten. Beobachter halten es für möglich, dass eine neue Regierung Papademos' nur noch aus Technokraten bestehen werde. Diese würden dann freier agieren können.Griechische Medien schätzten, dass es bei der Abstimmung im Parlament mindestens 30 Abweichler im Regierungslager geben könnte. Zudem wollen auch die 16 Abgeordneten der kleinen rechtsgerichteten Partei LAOS das Sparpaket nicht mittragen. Ein Nein des kleinsten Regierungspartners hätte angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament keine Auswirkungen, sollten die beiden anderen Regierungsparteien, die Sozialisten (PASOK) und die Konservativen (Nea Dimokratia), für die Sparanstrengungen votieren. Insgesamt hat das Regierungslager 252 Abgeordnete. Im Athener Parlament sitzen insgesamt 300 Abgeordnete. Mit 151 Ja-Stimmen wäre das Gesetz gebilligt.Die Euro-Finanzminister hatten grünes Licht für das neue Hilfsprogramm auch an die Zustimmung des Parlaments in Athen geknüpft und Griechenland so weiter unter Druck gesetzt. Nur wenn Athen innerhalb einer Woche mehrere Bedingungen erfüllt, kann Griechenland mit dem dringend benötigten zweiten Rettungspaket von mindestens 130 Milliarden Euro rechnen. Notwendig ist zudem noch ein freiwilliger Schuldenschnitt im Volumen von 100 Milliarden Euro, auf den sich die privaten Gläubiger wie Banken mit Athen einigen müssen.