Mittwoch, 29. Mai 2019

Große Empörung nach Tod von Regierungskritiker in Algerien

In Algerien gibt es nach dem Tod des inhaftierten Menschenrechtsaktivisten Kameleddine Fekhar (54) große Empörung. Amnesty International bezeichnete den Tod des Regierungskritikers am Mittwoch als „Schande für das Land”. Zehn Oppositionsparteien forderten in einer gemeinsamen Erklärung eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle.

Zahlreiche Studenten beteiligen sich an Massenprotesten in Algier gegen die Führung ihre Landes. - Foto: APA/AFP
Zahlreiche Studenten beteiligen sich an Massenprotesten in Algier gegen die Führung ihre Landes. - Foto: APA/AFP

Wie Fekhars Anwalt mitteilte, war der bekannte Menschenrechtler am Dienstag in Haft in der Stadt Blida gestorben. Amnesty International berichtete, Fekhar habe sich seit 50 Tagen im Hungerstreik befunden. Der Aktivist war Ende März wegen Gefährdung der staatlichen Sicherheit inhaftiert worden. Er hatte sich immer wieder für die Volksgruppe der Berber stark gemacht.

Mehrere Oppositionsparteien machten in einer Erklärung auch die Behörden für den Tod des Kritikers mitverantwortlich. Zudem riefen sie dazu auf, die Vorsitzende der algerischen Arbeiterpartei, Louisa Hanoune, freizulassen. Die 65-Jährige war vor einem Monat auf Anordnung eines Militärgerichts festgenommen worden.

Seit dem Rücktritt des langjährigen algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika wurden zahlreiche Oppositionelle und ehemalige Weggefährten des Präsidenten verhaftet. Die Massenproteste gegen die Führung in Algerien reißen seit Wochen nicht ab.

apa/dpa

stol