Das sei auch zum Schutz der Eltern – „denn diese wären nicht versichert. Außerhalb der Schulzeit ist es aber selbstverständlich möglich“, meint Tschenett.<BR /><BR />Dass Eltern bei Ausflügen zur Schulzeit statt der Lehrer mitgehen, ist für <b>Gustav Tschenett</b> „versicherungstechnisch nicht anratbar“. <BR /><BR />Die Vorsitzende des Elternbeirates, <b>Silvia Cadamuro</b>, wird sich in Kürze mit Bildungslandesrat Philipp Achammer treffen, um solche Fragen zu klären. Klar ist: Wenn Eltern außerhalb der Schulzeit einen Ausflug für die Schüler privat organisieren, so ist dies machbar. Aber in der Schulzeit? „Wir wollen uns darüber informieren, ob es eine Kulanz für eine unentschuldigte Absenz gibt“, kündigt Cadamuro an. Denn eine unentschuldigte Absenz bei den Kindern wolle man vermeiden. Ziel sei ein gemeinsames Vorgehen – sodass nicht von Schule zu Schule anders vorgegangen wird. Eltern könnten beispielsweise einspringen, wenn ansonsten der Skitag ausfallen würde. Damit der Versicherungsschutz bei Ausflügen auch bei der alleinigen Begleitung durch die Eltern bestehen bleibt, bräuchte es eine Art Konventionierung mit der Schule, meint Cadarmuro. Allerdings werde es wohl schwierig, die Versicherungsfrage zu klären.<BR /><BR />Auch wenn die Lehrer im Kampf um mehr Bezahlung die Ausflüge bestreiken, so wird es im heurigen Schuljahr nicht eine „völlige Nulldiät“ bei Ausflügen geben, sagt Cadamuro. Ob Ausflüge, Reisen oder Lehrausgänge durchgeführt werden oder nicht, entscheiden die Lehrerkollegien – sie sind da völlig frei – im Rahmen der Autonomie der Schulen, erklärt Tschenett. „Sie befinden darüber, was boykottiert wird und was nicht. Es gibt sehr wohl Schulen, in denen unterrichtsbegleitende Tätigkeiten und Ausflüge durchgeführt werden – aber zum Beispiel nur in der Gemeinde.“<h3> Aus dem Herbstausflug wird ein Projekttag</h3> In anderen Schulen wird das ganz normale Programm durchgeführt. Da gibt es landesweit von sehr viel bis kaum etwas. Es ist nicht so, dass in ganz Südtirol nichts passiert“, berichtet der Bildungsdirektor. In manchen Schulen wird der „Herbstausflug“ gestrichen – aus Solidarität mit den Lehrerkollegen – aber es findet ein Projekttag statt, bei dem genau das Gleiche gemacht wird, halt unter der Bezeichnung „Projekttag“, weiß Tschenett.<h3> Lehrerkollegium entscheidet, aber ausscheren erlaubt</h3>Eine „unterrichtsbegleitende Tätigkeit“ durchzuführen liege im Ermessen des jeweiligen Lehrers, erklärt der Bildungsdirektor: So stehe es einem Lehrer im Fach Kunst in jedem Fall völlig frei, mit seiner Klasse zum Beispiel eine Kirche anzuschauen, das könne er ohne weiteres machen, auch wenn das Lehrerkollegium mehrheitlich beschlossen habe, alle Ausflüge zu boykottieren.<h3> Schulen gehen sehr unterschiedlich vor</h3>Laut Bildungslandesrat <b>Philipp Achammer</b> wird der Lehrerprotest in sehr vielen verschiedenen Varianten durchgeführt: Am Schulsprengel Nonsberg werde beispielsweise nur der Maiausflug boykottiert – alles andere laufe normal weiter wie bisher. Sehr viele Schulen würden trotz des Lehrerprotests einen Herbstausflug durchzuführen – aber halt einen kleineren, innerhalb der Gemeinde. In einigen wenigen Schulen finden alle Ausflüge weiterhin statt wie in den vergangenen Jahren – diese Schulen kann man allerdings an einer Hand abzählen, sagt Tschenett. <h3> Achammer: „Lehrer können frei entscheiden“</h3>Auch wenn die Beteiligung am Lehrerprotest sehr groß ist, so sind nicht alle Lehrer glücklich damit, manche beteiligen sich eher widerwillig, sagt Achammer. Viele Lehrer hätten sich an ihn gewandt, um zu erfahren, was sie an Initiativen noch durchführen dürfen. So wie Tschenett stellt auch der Landesrat klar: „Es kann keinem Lehrer verboten werden, eine Initiative in seinem Bereich durchzuführen“ – und zwar auch dann, wenn das Lehrerkollegium eine andere Ausrichtung gewählt habe. Das gelte nicht nur für Ausflüge, sondern auch für die Einladung von externen Referenten. Ein Lehrer dürfe somit „ausscheren“ und in seiner Unterrichtszeit alles weiterhin machen wie bisher. Und: In punkto Versicherung ist ein Lehrer auch immer abgedeckt, betont der Landesrat. Auf keinen Fall sollten Lehrer Druck auf ihre Kollegen ausüben.