Samstag, 29. Juni 2019

GRU-Generalmajor soll Skripal-Anschlag koordiniert haben

Ein hochrangiges Mitglied des russischen Militärgeheimdienstes GRU soll den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal im südenglischen Salisbury koordiniert haben.

Skripal und seine Tochter entgingen nur knapp dem Tod. - Foto: APA (AFP)
Skripal und seine Tochter entgingen nur knapp dem Tod. - Foto: APA (AFP)

Das geht aus einem Bericht des Recherchenetzwerks Bellingcat in Zusammenarbeit mit der BBC hervor, der am späten Freitagabend veröffentlicht wurde. Die britische Regierung macht 2 Agenten des GRU für den Anschlag verantwortlich. Den Recherchen von Bellingcat und BBC zufolge war es GRU-Generalmajor Denis Sergejew, der die beiden Agenten anwies.

Der Mann habe sich demnach zum Zeitpunkt des Anschlags in London befunden. Auswertungen von Telefondaten hätten ergeben, dass er mittels Messengerdiensten wie Whatsapp und Telegram sowohl mit den beiden Agenten als auch mit dem GRU-Hauptquartier in Moskau kommunizierte.

„Beweise, die wir zu anderen internationalen Operationen desselben Teams erhalten haben, deuten daraufhin, dass dies ein gängiges Einsatzmuster des GRU ist”, heißt es weiter. Demnach hatte sich Generalmajor Sergejew auch in Bulgarien aufgehalten, als dort 2015 ein Waffenhändler auf die gleiche Weise wie Skripal vergiftet wurde. Die bulgarischen Behörden haben die Ermittlungen in diesem Fall wieder aufgenommen.

Der ehemalige Doppelagent Skripal und seine Tochter Julia waren im März 2018 dem in der Sowjetunion entwickelten Nervengift Nowitschok ausgesetzt worden. Beide entgingen nur knapp dem Tod. Westliche Geheimdienste beschuldigen die russische Regierung, den Anschlag als Vergeltung für Skripals Tätigkeit als Doppelagent veranlasst zu haben. Der Kreml weist diese Darstellung zurück.

apa/ag.

stol