Montag, 22. Mai 2017

Grüne: „Lassen wir das Gras wachsen“

Südtirols Grüne wollen die Verwendung von Herbiziden einschränken. Und legen dafür einen Gesetzentwurf vor.

Südtirols Grüne wollen die Verwendung von Herbiziden einzuschränken. Und legen dafür einen Landesgesetzentwurf vor.
Badge Local
Südtirols Grüne wollen die Verwendung von Herbiziden einzuschränken. Und legen dafür einen Landesgesetzentwurf vor. - Foto: © STOL

„Die Bürger sehen zunehmend die Verwendung von chemischen Herbiziden in ihren Dörfern und Städten mit Besorgnis und möchten davor geschützt werden. Andererseits erlaubt die derzeitige Rechtslage die Verwendung von chemischen Herbiziden in den Ortskernen“, schreiben die Grünen Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Riccardo Dello Sbarba und Hans Heiss am Montag in einer Stellungnahme.

In den letzten Jahren habe sich, so die Grünen Abgeordneten, hinsichtlich Herbizide eine größere Debatte entwickelt. Studien, die die Schädlichkeit der Herbizide für Flora, Fauna und für den Menschen bescheinigen, würden zunehmend Gehör finden.

Knackpunkt: Glyphosat

Der am häufigsten verwendete Bestandteil in Herbiziden ist Glyphosat, halten die Grünen in ihrer Aussendung fest. Allein in Südtirol seien 2012 an die 11.000 Liter flüssiges und 11 Kilogramm festes Glyphosat verkauft worden – Bestandteil des beliebten „Unkrautvernichtungsklassikers“ Roundup.

Grüne: Menschen sind in Sorge

„Glyphosat wurde von der IARC (Internationale Krebsforschungsagentur) als wahrscheinlich krebserregend eingestuft“, betonen Foppa, Dello Sbarba und Heiss.

Auch wenn Auswirkungen und langfristige Folgen des Herbizideinsatzes nicht gänzlich geklärt seien, seien viele Menschen europaweit in Sorge über die Gefahren für Lebewesen, die biologische Vielfalt und ihre eigene Gesundheit.

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union konnten sich allerdings bisher nicht zu einem einheitlichen Verbot von Glyphosat durchringen (STOL hat berichtet).

Unabhängig von den Entscheidungen auf EU-Ebene können aber selbst Gemeinden aktiv werden und sich etwa für einen schonenderen Umgang bei der Bekämpfung von Straßenunkraut einsetzen, meinen die Grünen.

Keine Unkrautbekämpfungsmittel bei Schulen, Kindergärten und Spielplätzen

Sie schlagen vor, dass die Gemeinden zukünftig auf das Ausbringen von chemischen Herbiziden auf öffentlichen Flächen verzichten. Zudem sollen die zuständigen Ämter bzw. die Gemeindebeschäftigten und die Bevölkerung über Gefahren und Alternativen von chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln informiert werden.

Die Grünen Landtagsabgeordneten legen auch einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. In geschlossenen Ortschaften und in der unmittelbaren Umgebung von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen sollen keine Unkrautbekämpfungsmittel ausgebracht werden.

Dazu soll das Naturschutzgesetz abgeändert bzw. ergänzt werden.

stol

stol