Ihre Erklärungen, die Vergabe von Trinkgeldern an Bedienstete der Landesverwaltung aus dem Sonderfonds seien nur eine kleine Anerkennung für außerordentliche Dienstleistungen gewesen und mit den Privatvorschüssen aus dem Fonds zugunsten des LH seien nur Guthaben abgerufen worden, seien nicht haltbar. Nach dem Kollektivvertrag und allen personalrechtlichen Bestimmungen sei eine Vergabe von Trinkgeldern an öffentliche Bedienstete nicht zulässig, da sie weder durch die ordentliche Landesbuchhaltung laufen noch steuerlich erfasst würden. Die großzügige Verteilung von Trinkgeldern schaffe einen Ermessenspielraum, der gegen die Grundsätze einer guten Verwaltung verstoße. „Die stete Vermischung von Ausgaben aus dem Sonderfonds und privaten Vorschüssen zugunsten des Landeshauptmanns ist – gelinde gesprochen – eine merkwürdige Praxis und verursacht nur Kopfschütteln“, so die Grünen. Der Privatmann Luis Durnwalder müsste doch über eine Bancomat-Karte verfügen, um seine privaten Ausgaben zu tätigen, ohne Beträge für Flugreisen, Autoreparaturen und Goldkronen aus dem Sonderfonds abzurufen. Die anhaltende Verrechnung von Vorschüssen aus dem Sonderfonds sei eine rechtlich unhaltbare Vermischung von öffentlicher und privater Buchhaltung. Sonderzuweisungen und Extraspenden von Unternehmer für die Führung eines weiteren Sonderfonds seien vollends bedenklich und abzulehnen. „Die Mittel dieser Sponsoren bieten Durnwalder die Möglichkeit, sich großzügig und hilfsbereit zu erweisen. Umgekehrt entsteht für ihn zwangsläufig eine Loyalität und Treuepflicht gegenüber den ‚edlen Spendern‘. Eine solche Spender-Praxis nennt sich nicht Wohltätigkeit, sondern Lobbyismus. Die stillschweigende Verpflichtung des Landeshauptmanns gegenüber den Gönnern ist ein enormes Risiko und rechtlich höchst fragwürdig.“Bei allem Respekt vor Landeshauptmann Durnwalder und seinen Verdiensten sei es die heillose Vermischung von öffentlichem Auftrag und privaten Angelegenheiten und Freundschaften, die sein Regierungshandeln der letzten Jahrzehnte vielfach auch negativ charakterisiert habe, so die Grünen. „Die große Aufgabe neuer Demokratisierung und Transparenz sind eine zentrale Herausforderung für eine neue Ära Südtirols und einen neuen Landeshauptmann“, heißt es abschließend in der Aussendung.