Donnerstag, 30. März 2017

Grüne: Schwächsten der Schwachen nicht vergessen

Die Schließung der Winterquartiere für Obdachlose und Flüchtlinge in Bozen sorgt für heftige Kritik bei den Bozner Grünen.

Die Schließung der Winterquartiere für Obdachlose in Bozen sorgt für heftige Kritik bei den Grünen.
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Die Schließung der Winterquartiere für Obdachlose in Bozen sorgt für heftige Kritik bei den Grünen. - Foto: © D

Die Bozner Grünen fordern das Regierungskommissariat und die Landesregierung auf, die Winterquartiere nicht mit 31. März zu schließen. Allen Personen in Notsituation, die sich in Bozen aufhalten oder auf der Durchreise sind, soll ein humanitärer und menschenwürdiger Beistand ermöglicht werden.

Es handele sich hierbei um ein bekanntes und vorhersehbares Phänomen, das nicht als „Notstandsituation“ betrachtet werden dürfe, heißt es in einer Aussendung.

Es müsse bewusst, mit politischem Willen, viel Einsatz und jenen Fachkompetenzen angegangen und gelöst werden, über die Südtirol auf Landesebene verfüge.

Flüchtlinge gerecht verteilen

„Die Kontinuität in der Aufnahme obdachloser Menschen ist ein Problem das dringend angegangen werden muss“, schreiben Bozens Grüne. Und fordern eine gerechte Verteilung der Verantwortung für die Aufnahme von Flüchtlingen.

In Bozen gäbe es derzeit an die 800 von der Regierung und von der Provinz anerkannte Asylbewerber, die vorwiegend in großen, völlig ungeeigneten und nicht menschenwürdigen Strukturen untergebracht seien.

Diese Zahl sei doppelt so hoch wie für die Landeshauptstadt vorgesehen. Jede Gemeinde Südtirols müsse ihren Teil leisten.

Aus diesem Grund fordern die Grünen alle anderen Gemeinden und die Provinz auf, eine gerechte Verteilung der Aufnahmepflicht vorzunehmen, die im Verhältnis zur Kapazität und Größe jeder Gemeinde berechnet werden muss.

Und: Zumindest ein Teil der in Bozen aufgenommenen Personen, anfänglich 30 bis 40, soll die großen Aufnahmezentren – Lemayr, Alimarket, Gorio, Einaudi – verlassen dürfen und über das SPRAR-Programm in kleineren Strukturen untergebracht werden.

„Dies würde keineswegs bedeuten, dass eine größere Anzahl von Asylsuchenden aufgenommen wird, sondern eine Unterbringung der bereits aufgenommenen Personen in kleinen, auf Gemeindeebene besser integrierten Strukturen ermöglichen“, so Bozens Grüne abschließend.

stol

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