Montag, 11. Dezember 2017

Grüne: „Weihnachtsmärkte haben Wachstumsgrenze überschritten“

Das vergangene Wochenende hat den Südtiroler Weihnachtsmärkten neue Rekorde beschert: Die Städte Südtirols wurden von Hunderttausenden von Besuchern überrannt, Tausende Autos, Busse und Camper haben Straßen und Parkplätze verstopft. Das ist des Guten zuviel, sagen die Grünen.

Foto: DLife
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Foto: DLife

„Kaufleute, Standbetreibende und Gastwirte haben keinen Grund zur Klage, denn die Kassen haben diesmal wirklich geklingelt. Wohl aber klagen viele Südtiroler über den Trubel und die Menschenmassen. Sie haben nicht nur den oberflächlichen Eindruck, sondern Gewissheit, dass die Städte und weite Teile Südtirols nicht mehr ihnen ‚gehören‘ und dass die Adventsstimmung endgültig im Konsumtrubel versinkt“, sind die Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Hans Heiss und Riccardo Dello Sbarba überzeugt.

Beklagenswert seien laut den Grünen vor allem folgende Punkte:

  • Die geschäftlich nicht am Weihnachtsgeschäft beteiligten Bürger sind in ihrer Mobilität und Lebensqualität drastisch eingeschränkt.
  • Die im Winter drohende Luftverschmutzung wird durch den Aufmarsch Tausender von Campern und Bussen in bestimmten Stadtteilen weiter verschlechtert.
  • Die verstopfte Autobahn von Sterzing bis Verona ist eine massive Emissionsquelle.
  • Die sozialen Kosten für Verkehrsregelung und Müllentsorgung durch Hunderte von Einsatzpersonen belasten die Allgemeinheit, die Vorteile kommen nur einer beschränkten Gruppe Interessierter zugute.

Unter diesen Voraussetzungen seien Forderungen nach einer dritten Autobahnspur, wie vom Liftbetreiber-Chef Paolo Cappadozzi erhoben und von A-22-Direktor Pardatscher unterstützt, nicht nur unverständlich, sondern geradezu zynisch, betonen die Grünen.

„Nach einem Wochenende wie diesem, das Lebensqualität und Bewegungsfähigkeit vieler Südtiroler massiv eingeschränkt hat, ist die Frage nach den Grenzen dieses Rummels überfällig.
Eine Abrüstung des Adventshorrors in den kommenden Jahren ist ein Herzenswunsch vieler Bürger. Sie erkennen an Wochenenden wie dem letzten ihr Land nicht mehr wieder und müssen ungefragt das Chaos ausbaden.“

stol

stol