Donnerstag, 09. September 2021

Grüner Pass: Druck auf die Lega wächst

Der Ministerrat in Rom prüft am Donnerstag eine Verordnung, mit der die Pflicht zur Ausstellung des Grünen Passes auf Mitarbeiter von Reinigungsunternehmen, die in Schulen tätig sind, und auf das Personal von Schulmensen ausgedehnt wird. Dies geht aus Regierungsquellen hervor.

Auch in der Abgeordneten Kammer wurde das Thema Grüner Pass am Mittwoch diskutiert.
Auch in der Abgeordneten Kammer wurde das Thema Grüner Pass am Mittwoch diskutiert. - Foto: © ANSA / Riccardo Antimiani
Der Beratungsausschuss der Regierung, der eine allgemeinere Ausweitung des Grünen Passes auf Beschäftigte des öffentlichen und privaten Sektors prüfen soll, wird diese Woche voraussichtlich nicht tagen.

Lega-Chef Matteo Salvini wehrt sich gegen eine Ausweitung des grünen Zertifikats auf Beschäftigte des öffentlichen und privaten Sektors. Diese Maßnahme sei aufgrund der epidemiologische Lage nicht notwendig. Salvini schloss auch aus, dass die Impfung gegen das Covid-19 zur Pflicht werden könnte. „Eine Impfpflicht wäre kontraproduktiv. Sie würde die Menschen verängstigen und die Zweifel verstärken“, warnte Salvini. Die Koalitionspartner der Lega kritisierten Salvini.

Die Lega könne Draghis breite Regierungskoalition nicht unterstützen, wenn sie den Kurs des Kabinetts im Kampf gegen die Pandemie nicht teile. „Die Lega muss ihre Position zum Grünen Pass klarstellen, weil man in dieser Frage nicht scherzen und nicht zweideutig sein darf“, sagte der Vorsitzende der 5-Sterne-Bewegung und Ex-Premier Giuseppe Conte. „Ich appelliere, das gemeinsame Interesse und das allgemeine Wohl über alles zu stellen“, fügte Conte hinzu.

Speranza will dritte Impfdosis ab Ende September


Gesundheitsminister Roberto Speranza forderte dagegen, das Tempo zu erhöhen und die Nutzung des Grünen Passes so weit wie möglich auszudehnen. Speranza will die dritte Dosis des Covid-Impfstoffs ab Ende September an immungeschwächte Personen verabreichen. Im Dezember sollen dann Menschen über 80 Jahre die dritte Dosis erhalten. Anfang nächsten Jahres soll sie an Beschäftigte im Gesundheitswesen verabreicht werden.

Inzwischen wurden 566 Mediziner von der Ärztekammer suspendiert, weil sie nicht geimpft sind. Weitere 176 wurden suspendiert und nach der Impfung wieder zugelassen. 41 territoriale Ärztekammern haben die Daten über das nicht geimpfte Gesundheitspersonal veröffentlicht.

mit/stol