Donnerstag, 02. Mai 2019

Guaido will Druck auf Maduro mit Generalstreik erhöhen

Venezuelas selbsternannter Übergangspräsident Juan Guaido will den Druck auf Staatschef Nicolas Maduro erhöhen. Der Oppositionsführer kündigte am Mittwoch bei Protesten in der Hauptstadt Caracas an, ab Donnerstag solle mit abgestuften Arbeitsniederlegungen begonnen werden. Dies solle zu einem Generalstreik ausgeweitet werden.

Lopez rief zuvor noch zusammen mit Guaido zum Sturz Maduros auf Foto: APA (AFP)
Lopez rief zuvor noch zusammen mit Guaido zum Sturz Maduros auf Foto: APA (AFP)

Guaido hatte am Dienstag die „Operation Freiheit” zur Beendigung der Regierung Maduros ausgerufen. Zwar gingen zahlreiche seiner Anhänger auf die Straße. Eine Rebellion einiger Soldaten zur Unterstützung des Oppositionsführers scheiterte aber. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden Dutzende Menschen verletzt. Guaido rief seine Anhänger am Mittwoch zu weiteren Protesten auf: „Wir werden auf der Straße weitermachen, bis wir Freiheit bekommen.”

Maduro versammelte am Mittwoch Tausende Unterstützter nahe des Präsidentenpalastes Miraflores. Er drohte den Soldaten, die sich am Dienstag gegen ihn gestellt hatten, harte Konsequenzen an. Er werde nicht zögern, verurteilte Anführer des „kriminellen Putsches” hinter Gitter zu bringen, sagte der Linksnationalist..

Guaido und Maduro liefern sich schon seit Monaten einen erbitterten Machtkampf in dem südamerikanischen Krisenstaat. Rund 50 Staaten, unter ihnen die USA und Deutschland, haben Guaido als Übergangspräsidenten anerkannt. Maduro kann auf die Unterstützung von Staaten wie Russland, China und Kuba zählen - und offenbar weitestgehend auf den Rückhalt der venezolanischen Armee, die ein wichtiger Machtfaktor ist.

Die Krise in Venezuela führte auch zu wachsenden Spannungen zwischen den USA und Russland. US-Außenminister Mike Pompeo und sein russischer Kollege Sergej Lawrow tauschten in einem Telefonat am Mittwoch heftige gegenseitige Vorwürfe aus. Sie beschuldigten die jeweils andere Regierung, sich in unzulässiger Weise in die Venezuela-Krise einzumischen. Pompeo hatte vor dem Telefonat eine militärische US-Intervention in Venezuela als „möglich” bezeichnet, wenn diese „erforderlich” sei. Er fügte aber hinzu, seine Regierung hoffe, dass es eine friedliche Lösung geben könne.

In Venezuela haben Einsatzkräfte der Nationalgarde offenbar eine Kirche während eines Gottesdienstes angegriffen. Die Bischofskonferenz des Landes veröffentlichte laut Kathpress auf Twitter ein Video, dass die Attacke in der ostvenezolanischen Diözese San Cristobal am Mittwoch (Ortszeit) zeigen soll. Demnach sollen motorisierte Einsatzkräfte in das Gotteshaus eingedrungen sein.

Zuvor hatten die venezolanischen Bischöfe den Stopp der Repression gegen die Proteste der Bevölkerung gefordert. Am 1. Mai seien Repression und Gewalt durch die staatlichen Einsatzkräfte zurückgekehrt, hieß es. Die Zahl der Verletzten und Verhaftungen hätten zugenommen, sagte der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jose Luis Azuaje. „Wir rufen dazu auf, die Würde und die Menschenrechte sowie das Recht friedlich zu demonstrieren zu respektieren”, so Azuaje.

apa/dpa/ag.

stol