Sonntag, 29. August 2021

Guterres ruft zur Ratifizierung des Kernwaffenteststopp-Vertrag auf

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ruft anlässlich des Internationalen Tages gegen Nuklearversuche am Sonntag zur Ratifizierung des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen auf. Der Gedenktag lädt dazu ein, „uns erneut zur Ächtung aller Nuklearversuche – durch wen und wo auch immer – zu bekennen. Für das Hinausschieben der notwendigen Schritte zur Erreichung dieses Ziels kann es keine Rechtfertigung geben“, erklärte Guterres in einer Aussendung.

Guterres bricht erneut eine Lanze für den Kampf gegen die Atomwaffen.
Guterres bricht erneut eine Lanze für den Kampf gegen die Atomwaffen. - Foto: © APA/afp / JOHN THYS
„Die Nuklearversuche haben großes menschliches Leid und enorme Umweltschäden verursacht. Für die Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Gebiete hatten sie entsetzliche gesundheitliche Folgen. Viele von ihnen wurden von ihrem angestammten Land vertrieben, mit verheerenden Auswirkungen auf ihr Leben und ihre Existenzgrundlagen. Unberührte Landschaften und Ökosysteme wurden vernichtet, und es wird Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte dauern, bis sie sich erholen“, so der UNO-Chef.

Die Stilllegung des Atomwaffentestgeländes Semipalatinsk in Kasachstan am 29. August 1991 leitete das „Ende des Zeitalters uneingeschränkter Nuklearversuche ein“. In den 3 Jahrzehnten nach der Stilllegung des Geländes habe sich nach und nach eine Norm gegen Nuklearversuche herausgebildet.

„Mit dem Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen werden alle Versuchsexplosionen von Kernwaffen verboten, gleichviel wo und von welchem Land sie durchgeführt werden, wodurch das nukleare Wettrüsten aufgehalten und die Entwicklung neuer Kernwaffen erheblich erschwert wird“, so Guterres. Doch wurde „das volle Potenzial des Vertrags nicht ausgeschöpft“, kritisierte der UNO-Generalsekretär. Trotz Annahme durch nahezu alle Staaten sei der Vertrag bisher noch nicht in Kraft getreten.

„Ich fordere daher die Staaten, die den Vertrag noch nicht ratifiziert haben, abermals auf, dies unverzüglich zu tun. Besondere Verantwortung kommt dabei den acht Staaten zu, von deren Ratifizierung das Inkrafttreten abhängt“, teilte Guterres mit. Zugleich sollten alle Staaten Moratorien für nukleare Explosionen aufrechterhalten oder einführen. Damit der Vertrag (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty/CTBT) in Kraft treten kann, fehlt die Ratifizierung durch China, den Iran, Israel, Ägypten, die USA, Indien, Pakistan und Nordkorea.

apa

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