<b>Herr Caruso, Sie sind erstmals Teil des Gemeindeausschusses. Wie war der erste Monat als Stadtrat?</b><BR />Marco Caruso: Sehr aufregend, aber auch sehr anstrengend. Als Stadtrat erwarten einen neue Herausforderungen und vor allem eine höhere Verantwortung, die ich bereits jetzt deutlich spüre. Es gab im vergangenen Monat viel zu tun, doch die Arbeit ist auch genugtuend.<BR /><BR /><BR /><b>Hat Sie das starke Ergebnis von Mitte-Rechts bei den diesjährigen Wahlen überrascht?</b><BR />Caruso: Wenn ich ehrlich bin: Nein. Wir haben bereits bei den Wahlen 2020 mit Roberto Zanin als Bürgermeisterkandidaten an den Sieg geglaubt. Auch diesmal war die Hoffnung auf einen Erfolg groß. Mit Claudio Corrarati hatten wir einen sehr starken Kandidaten, dessen Vision gut bei den Bürgerinnen und Bürgern angekommen ist.<BR /><BR /><b>Wann hat Ihre politische Karriere begonnen?</b><BR />Caruso: Eigentlich schon in meiner Schulzeit, damals wurde ich zum Bürgermeister der Kinderstadt gewählt (lacht). Scherz beiseite: Bei den Wahlen 2010 wurde ich in den Stadtviertelrat von Don Bosco gewählt. 2015 folgte dann der Schritt in den Gemeinderat, wo ich auch im Jahr 2020 bestätigt wurde. Seit Mitte Juni bin ich nun Stadtrat.<BR /><BR /><b>Warum haben Sie sich dazu entschieden, in die Politik einzusteigen?</b><BR />Caruso: Ich habe mir damals zum Ziel gesetzt, Dinge zu verbessern, die in Bozen nicht funktionieren. Diese Möglichkeit habe ich nun als Stadtrat, und ich möchte sie auch ausnutzen. Außerdem finde ich es wichtig, die eigene Meinung zu äußern.<BR /><BR /><b>Ein großer Teil Ihrer Zuständigkeiten konzentriert sich auf den Bereich „Umwelt“. Was liegt Ihnen dort am Herzen?</b><BR />Caruso: Am wichtigsten ist sicher der Mülldienst. Ich habe selbst acht Jahre lang bei der SEAB gearbeitet und deshalb meine Hände und meine Nase da schon reingesteckt. Ich kenne die Probleme, vor allem das Phänomen der illegalen Müllablagerung. Dem kann durch eine erhöhte Anzahl an Überwachungskameras und eine verstärkte Kontrolle entgegengewirkt werden. Die Strafen sind zwar schon von 90 auf über 1.000 pro Jahr angestiegen. Dennoch müssen die Kontrollen verschärft werden. Vor allem, weil mit den Kameras nur Autofahrer bestraft werden können, keine Fußgänger. Analysen haben gezeigt, dass die meisten illegalen Müllablagerungen in den späten Nacht- bzw. den frühen Morgenstunden geschehen. Die Überwachung der Polizei muss in dieser Zeit verstärkt werden.<BR /><BR /><b>Was ist im Bereich „Umwelt“ sonst noch geplant?</b><BR />Caruso: In den kommenden Wochen werde ich gemeinsam mit meinem Team alle Spielplätze in der Stadt begutachten. Unser Ziel ist, sie zu verbessern und aufzuwerten, ebenso die Hundeauslaufzonen. Mir persönlich ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Spielplätze auch für beeinträchtigte Kinder gut nutzbar sind.<BR /><BR /><b>Wie sieht es mit dem Bereich „Energie“ aus?</b><BR />Caruso: Auch hier gibt es einige Projekte, die umgesetzt werden sollen. Allen voran die Aufstockung von Fotovoltaikanlagen in Bozen, zudem soll auf weiteren öffentlichen Gebäuden ein grünes Dach eingerichtet werden.<BR /><BR /><b>Ein Dauerbrenner in der Landeshauptstadt sind seit Jahren auch die öffentlichen Toiletten. Was wollen Sie hier unternehmen?</b><BR />Caruso: Im Rahmen der Sanierung der Bar St. Anton an der Talfer wird dort ein öffentliches WC errichtet. Das soll in Kürze geschehen. Ansonsten liegt unser Fokus darauf, andere Lösungen zu prüfen. Öffentliche Toiletten werden schnell anderweitig genutzt – im negativen Sinne. Zudem ist die Sicherheit nicht gewährleistet. Es gibt bereits einige Bars, in denen man die Toilette benutzen kann. Man könnte dieses Angebot aufstocken.<BR /><BR /><embed id="dtext86-70774630_listbox" />