Die Freiheitlichen erreichten – vor Auszählung der Briefwahlstimmen – 26,98 Prozent der Stimmen und kratzten damit haarscharf an ihrem Allzeithoch, das 1996 unter Jörg Haider mit 27,94 Prozent erreicht wurde. Die SPÖ sackte um 4,80 Prozentpunkte auf 44,29 Prozent ab und muss sich nun einen Koalitionspartner suchen.Herbe Verluste auch für ÖVPHerbe Verluste standen auch der ÖVP ins Haus, die auf überraschend niedrigen 13,25 Prozent zu liegen kam – nach einem Absturz um 5,52 Prozentpunkte. Moderater der Abbruch des Wählervertrauens bei den Grünen, die mit einem Minus von 2,42 Prozentpunkten 12,21 Prozent erreichten. Beide Parteien dürften durch die Briefwahlstimmen allerdings noch zulegen. Deren erste Tranche wird am Dienstag ausgezählt. Marginal zulegen konnte am Sonntagabend das BZÖ, das unter Spitzenkandidat Walter Sonnleitner jedoch mit 1,35 Prozent den Einzug in den Gemeinderat klar verfehlte. Auch für die KPÖ ist mit 1,14 Prozent das Stadtparlament in weiter Ferne. In diesem dürfte nach jetzigem Stand die SPÖ auf 49 Mandate kommen, die FPÖ auf 28, gefolgt von der ÖVP mit 13 und den Grünen mit 10 Mandaten.„Morgen beginnt das Projekt der Rückeroberung“ Bürgermeister Häupl schloss am Wahlabend sowohl einen Rücktritt vom Bürgermeisteramt als auch vom SPÖ-Parteivorsitz aus. „Morgen beginnt das Projekt der Rückeroberung der absoluten Mehrheit der SPÖ“, verkündete er stattdessen bei der Wahlfeier seiner Partei. Für die SPÖ zeigte sich indessen die Stadt gleichsam in zwei Teile zerrissen: In den Innenstadt- und bürgerlichen Bezirken Zentrum, Landstraße, Wieden, Margareten, Mariahilf, Neubau, Josefstadt, Alsergrund, Währing und Döbling konnten die Sozialdemokraten sogar teils deutliche Zuwächse verbuchen. In den sogenannten Arbeiterbezirken mit großer Bevölkerung waren im Gegenzug herbe Verluste zu verzeichnen.Gegengleich das Bild bei den Freiheitlichen, die landesweit einen Zuwachs von 12,15 Prozentpunkten erreichten. Auch wenn in allen Bezirken ein klares Plus zu verzeichnen war, fiel dieses in den Inner-Gürtelbezirken jedoch deutlich geringer als in den Flächeneinheiten aus. Am einen Ende der Skala findet sich die Josefstadt mit 5,22 Prozentpunkten Plus, am anderen Simmering mit einem Zuwachs von 18,25 Prozentpunkten auf 37,07 Prozent. „Wir sind noch nicht am Ende angekommen, wir werden Verantwortung übernehmen“, schwor Strache nach dem Ergebnis seine Anhänger auf die Zukunft ein. Die Chance, mit der SPÖ eine Koalition zu bilden, ist allerdings denkbar gering.apa