Sonntag, 10. Juli 2016

Harsche Kritik an Renovierung eines faschistischen Reliefs

Nach den jahrelangen Arbeiten am Siegesdenkmal lässt nun die Renovierung eines weiteren faschistischen Relikts in Bozen erneut die Wogen hochgehen.

Der Stein des Anstoßes: das faschistische Relief in der Freiheitsstraße (Foto/copyright: SHB)
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Der Stein des Anstoßes: das faschistische Relief in der Freiheitsstraße (Foto/copyright: SHB)

Es sei unglaublich, dass in der Landeshauptstadt von Südtirol öffentlich Bilder und Reliefs zu sehen sind, die den Faschismus verherrlichen. Dass sie nun auch noch mit Steuergeldern renoviert werden, sei schlichtweg ein Skandal, meint Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes.

"Als handle es sich um alltägliche Bilder wurden in der Bozner Freiheitsstraße zwei faschistische Reliefs neben der Bar Corso renoviert. Die beiden „Kunstwerke“, eines davon mit Liktorenbündel, sollen die „Funzione civilizzatrice dell`Italia in Africa“ darstellen", so Lang. 

Besonders das Relief im Torbogen in Richtung Talferbrücke könne nur als Verherrlichung des Faschismus und der von Mussolini geführten Kolonialkriege gesehen werden. Zeigt es doch in der Mitte eine italienische Siegesgöttin, die voller Stolz ein Liktorenbündel in der linken Hand hält.

Kritik an Caramaschi und Bauer

Bürgermeister Renzo Caramaschi sei erst seit einigen Wochen im Amt, sein Vize Cristoph Baur habe bereits den Dialog mit den Faschisten von Casapound gesucht, so Lang, der sich fragt: "Ist die Renovierung innerhalb weniger Tage von „Kunstwerken“, auf denen der faschistische Kolonialkrieg verherrlicht wird, bereits ein Zugeständnis für eine gute Zusammenarbeit mit den Faschisten des dritten Jahrtausends?"

Den Stadtobmann und den Parteiobmann der SVP möchte der Südtiroler Heimatbund an die Worte von Papst Bonifatius erinnern: „Qui tacet, consentire videtur“ (Wer schweigt, scheint zuzustimmen). 

stol