Wer Wohnungen an Touristen vermietet, muss künftig nicht nur einen Handelskammereintragung vorweisen. „Die Tätigkeit darf zudem nur mehr in der Immobilie ausgeübt werden, in der die Gesellschaft den Rechtssitz hat“, so Walcher. Damit macht er vor allem Agenturen einen Strich durch die Rechnung, die in großem Stil Immobilien für touristische Zwecke anmieten und verwalten.<BR /><BR />Kurzeitvermieter sind als einer Verursacher von Wohnungsnot die Buhmänner der Nation, aber langsam stellt sich eine Trendwende ein. 80 Betten für touristische Kurzzeitvermietung wurden in Bozen zurückgegeben; 50 sind es in Meran. „Derzeit sind alle nervös und das ist gut so“, sagt Landesrat Luis Walcher.<h3> Klare Regeln für Privatzimmervermietung im Anmarsch</h3> Im Dezember präsentieren er und die Landesräte Brunner, Mair und Pamer das Sammelgesetz zu Urbanistik und Wohnbau. Darin verpackt sind auch klare Regeln für die Privatzimmervermietung. Bekannt ist schon länger, dass Walcher dem Sektor ein Berufsbild mit Befähigungsnachweis verpassen wird. Genossene Ausbildungen, wie z.B. der Abschluss der Hotelfachschule zählen als Nachweis; wer diese aber nicht vorweisen kann, muss innerhalb einer Übergangszeit zusätzliche Kurse belegen. Bekannt ist auch, dass künftig ein Handelskammereintrag nötig ist. Der Ertrag der Gesellschaft wird progressiv besteuert; die günstige Einheitsversteuerung („cedolare secca“) fällt flach. Und auch der Wirtschaftsberater kostet.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67537883_quote" /><BR />Doch Walcher will noch einen Schritt weitergehen. „Künftig darf die Tätigkeit nur mehr in der Immobilie ausgeübt werden, in der die Gesellschaft ihren Rechtssitz hat“, so Walcher. Für einen Großteil der Mitglieder des Verbandes der Privatvermieter ist das kein Problem. Sie üben ihre Tätigkeit im Haus aus, in dem sie wohnen. Wer verstreute Immobilien in einer oder mehreren Gemeinden hat, muss theoretisch für jede eine Gesellschaft gründen. Das ist machbar. „Zieht aber Bürokratie und Kosten nach sich“, sagt Walcher.<h3> Vermieten über Agenturen künftig schwieriger</h3> Zur enormen Hürde dürfte die Neuerung jedoch für Agenturen werden, die im großen Stil Wohnungen anmieten und zu touristischen Zwecken verwalten. „Wenn das so durchgeht, wird das Vermieten über Agenturen stark erschwert. Für 3 Wohnungen eine Gesellschaft anzumelden, kann gehen. Wenn es aber an die 100 sind, nicht mehr“, sagt Hannes Gasser vom Verband der Privatvermieter. Alle Maßnahmen, die dazu dienen, den Wildwuchs zu unterbinden und die klassische Privatvermietung zu schützen, seien willkommen. Wichtig ist, dass Bewegung in die Sache kommt.<BR /><BR /><embed id="dtext86-67537887_quote" /><BR />Zustimmung kommt von den Gemeinden. „Mit professionellen Vermietungen von Immobilien, die oft nicht einmal Südtirolern gehören, über Agenturen ist uns Gemeinden nicht gedient“, so Präsident Andreas Schatzer. Am Ursprung der Privatvermietung stand, dass man vermietet, was einem gehört. „Wenn wir wollen, dass Zimmervermietung wieder das wird, was es war, ist der Hebel anzusetzen, damit es auch so wird.“