Dienstag, 12. Mai 2020

Hass und Hetze gegen Silvia Romano: „Hängt sie auf!“

Silvia Romano ist erst seit wenigen Tagen zurück in ihrer Heimat Italien. Der Geheimdienst konnte sie aus einer 18-monatigen Gefangenschaft aus den Händen der islamistischen Terrororganisation Al Shabbab in Somalia befreien. Doch die Freude über die Rückkehr der jungen Flüchtlingshelferin währte nur kurz, nun schlägt ihr ein teils eiskalter Wind entgegen. Und nicht nur das. Auch Morddrohungen werden ausgesprochen.

Silvia Romano kurz nach ihrer Ankunft in Mailand.
Silvia Romano kurz nach ihrer Ankunft in Mailand. - Foto: © ANSA / Marco Ottico
Grund dafür dürfte die in der Gefangenschaft erfolgte Konvertierung der 25-jährigen Italienerin sein. Gegenüber den Ermittlern sagte sie in einem 4-stündigen Verhör unter anderem, dass sie freiwillig zum Islam übergetreten sei und nun Aisha heiße. Niemand habe sie dazu gezwungen, es sei ein langsamer Prozess gewesen, der nach etwa der Hälfte der 18-monatigen Gefangenschaft mit dem Lesen des Korans begann. Bei ihrer Ankunft trug Silvia Romano einen Hidschab, ein islamisches Gewand.


„Hängt sie auf!“

Dass eine junge Italienerin als Muslima zurückkehrt, scheint vielen nicht zu passen. Die Freude verwandelte sich schnell in Hass. Für den größten Skandal diesbezüglich sorgte der Kommunalpolitiker der Gemeinde Asolo (Treviso) Nico Basso von der Lega. Auf seinem Facebook-Account postete er ein Foto der jungen Frau und schrieb darunter „impiccatela“, also „Hängt sie auf!“ Diesen Post löschte er zwar kurze Zeit später, allerdings sparte er nicht mit weiteren Hasskommentaren und vulgären Beleidigungen.

In der Nähe der Wohnung der Romanos, in welche die junge Frau am Montag zusammen mit ihrer Familie zurück gekehrt ist, fand man neben lieben Willkommensschildern leider auch Flugzettel mit Hassbotschaften, die gegen die junge Frau gerichtet waren.



In Mailand sind bereits mehrere Verfahren wegen Drohungen und Beleidigungen nicht nur in den sozialen Netzwerken im Gange. Wegen der ausgesprochenen Morddrohungen hat auch die Mailänder Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.

Silvia Romano soll nun geschützt werden, die Polizei zeigt starke Präsenz rund um die Wohnung.

vs