Merans Bürgermeisterin Katharina Zeller und Brigitte Foppa sind nur zwei – prominente – Beispiele aus jüngster Zeit, bei denen Frauen online Opfer von wüsten Verunglimpfungen und sexistischen Aussagen wurden.<BR /><BR />Doch diese Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Mit der steigenden Nutzung digitaler Plattformen wachse die Verbreitung von Hassbotschaften, Beleidigungen und gezielten Angriffen, informierte Erstunterzeichnerin Waltraud Deeg gestern den Landtag. Die jüngste Erhebung zur Mediennutzung zeige, dass bereits sechs Prozent der Bevölkerung in Südtirol Hassbotschaften im Internet erhalten hätten, ebenso viele seien Opfer von beleidigenden oder diffamierenden Inhalten geworden.<BR /><BR />Neben Frauen seien Jugendliche im besonderen Maße von solchen Attacken betroffen. In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen seien bis zu 19 Prozent direkt von Hassbotschaften betroffen, rund 20 Prozent berichteten von der Verbreitung beleidigender Inhalte über ihre Person, so Deeg.<BR /><BR /><BR /><BR />Die Folgen seien alarmierend. „Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Stimme erheben“, betonte sie. Doch wenn Herabwürdigungen und Beschimpfungen, auch sexualisierter Art, die Folge seien, zögen sich immer mehr Personen mit ihren Meinungen aus dem öffentlichen Raum zurück. „Dem müssen wir mit ganzer Kraft entgegenwirken“, forderte Deeg den Landtag auf. Denn: „Jede so verlorene Stimme schwächt die Demokratie.“<BR /><BR />Zu denken geben müssten auch die Daten zu den Jugendlichen: Cybermobbing könne schwerwiegende Folgen für die psychische Gesundheit, das soziale Verhalten und die schulische Entwicklung haben. Im schlimmsten Fall würden die Attacken junge Menschen sogar in den Suizid treiben. <BR /><BR />Für Deeg und Stauder Grund genug, in ihrem Beschlussantrag gleich eine ganze Reihe an Maßnahmen vorzusehen, die die Landesregierung nach dem Votum im Plenum nun angehen muss. So sollen u.a. Medienkompetenzprogramme an Schulen aller Schulstufen gestärkt, gezielte Sensibilisierungskampagnen für Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen ausgebaut und bestehende Initiativen gegen Hass im Netz weiterentwickelt werden. Zudem sollen niederschwellige Beratungs- und Meldestellen ausgebaut, psychologische Unterstützungsangebote für Betroffene gestärkt und digitale Gewalt systematisch in schulische Präventionskonzepte integriert werden. <BR />Darüber hinaus verpflichtet der Beschluss die Landesregierung, regelmäßige Erhebungen zur Verbreitung von Hass im Netz in Südtirol durchzuführen und ein Monitoring-System zur Entwicklung von Cybermobbing und Hate Speech sowie eine zentrale Koordinationsstelle auf Landesebene einzurichten. <BR /><BR />„Den verbalen Hass im Netz zu thematisieren und zu verstehen, warum er entsteht und was wir dagegen machen können, bleibt eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung. Der Beschlussantrag ist ein klares Zeichen dafür“, betonte Stauder nach der Abstimmung.