Erst richten sich die Politiker ihre eigene Pension nach Belieben, dann setzen sie beim Bürger den Rotstift an. Was in den letzten Tagen so herüberkam, lief zumindest chronologisch umgekehrt ab. <h3> Keine Integration auf Mindestrente für rund 1000 Frauen </h3>Bereits im Juli hatte der Regionalrat beschlossen, dass die Hausfrauenrente nicht mehr automatisch der Inflation angepasst wird und jenen rund 1000 Frauen mit einem Familienkommen unter 29.000 Euro auf keine Integration der Hausfrauenrente auf die Mindestrente (579 Euro) mehr gewährt wird. <BR /><BR /><BR />Der Aufschrei der Opposition hielt sich damals in Grenzen. Maria Elisabeth Rieder gab zwar zu Protokoll, dass man „nicht immer bei den Kleinen streichen“ sollte. Unterm Strich aber ging die Änderung in Kommission und Regionalrat ohne Gegenanträge über die Bühne.<BR /><BR />Für die rund 3800 betroffenen Frauen in der Region machte es das freilich nicht besser, als ihnen dieser Tage der Brief mit den Streichungen ins Haus flatterte. <BR /><h3> „Keiner muss etwas zurückzahlen“ </h3>„Man hätte die Neuerung gleich kommunizieren sollen. Zudem war der Brief unglücklich formuliert“, sagt Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Die Hausfrauenrente wurde im Jänner 2024 um 5,4 Prozent aufgewertet. Am Ende des Jahres hat der Staat nun die tatsächliche Inflation bei 5,4 Prozent bestätigt. „Keiner muss etwas zurückzahlen“, so Pamer.<BR /><BR /><BR />Nach den Protesten von ASGB, Familienverbänden und Opposition (wir haben berichtet) ruderte man gestern im Gesetzgebungsausschuss des Regionalrats auch bei der Integration auf die Mindestrente zurück. <h3> „Wer erst in einigen Jahren 65 wird, ist von Integration ausgeschlossen“ </h3>Jene 729 Damen, die zum 31.12.2024 Anrecht darauf haben, werden sie auch weiterhin beziehen. „So wie der Text jetzt formuliert ist, sind aber künftige Bezieherinnen, die erst in einigen Jahren 65 werden, von der Integration ausgeschlossen“, sagt ASGB.-Chef Tschenett.<BR /><BR />Er spricht weiter von einem „Skandal“. Aufrecht bleibt nämlich, dass die Hausfrauenrente nicht mehr automatisch an die Inflation angepasst wird.<BR /><h3> Änderungsantrag der Opposition abgelehnt – „Werden es wieder versuchen“</h3> Ein Änderungsantrag von Grünen, Team K und Andreas Leiter Reber auch dies zu streichen, fand gestern in der Kommission keine Mehrheit. „Wir werden es im Dezember im Plenum noch einmal versuchen“, so Brigitte Foppa und Maria Elisabeth Rieder. <BR /><BR />Bleibt zu sagen, dass die <b>Hausfrauenrente ein teures Auslaufmodell</b> ist. 1993 eingeführt, kann ihr seit 2004 niemand mehr beitreten. Damals hatte die Region schon 400 Mio. Euro in die Rente gepumpt, zog die Bremse. <BR /><BR />Stand Ende 2023 bezogen 1499 Trentinerinnen und 2257 Südtirolerinnen eine Hausfrauenrente. Für 516 Frauen im Trentino und 669 in Südtirol wurde sie auf die Mindestrente aufgestockt. Inzwischen sind es in Südtirol 729. Die Kosten für die Hausfrauenrente betrugen 2023 stolze 26,5 Mio. Euro.