Im Zuge der landesweiten Demonstrationen gegen die autoritäre Staatsführung seien zudem mehr als 1.200 Menschen festgenommen worden, berichtete das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA. Unter den Toten sollen sich auch zwei Angehörige der Sicherheitskräfte befinden. Den Aktivisten zufolge gab es in mindestens 88 Städten Protestkundgebungen.<BR /><BR />In den vergangenen Tagen wurden landesweit Demonstrationen aus 27 der 31 Provinzen gemeldet. Nachdem Sicherheitskräfte vor allem in ländlichen Gebieten gewaltsam dagegen vorgegangen waren, erreichten die Demonstrationen erneut auch Metropolen wie Teheran und Mashhad.<BR /><BR />Ausgelöst wurden die Proteste durch einen Schock am iranischen Devisenmarkt, der zunächst in der Hauptstadt Teheran wütende Händler auf die Straße trieb. Die Demonstrationen schlugen jedoch rasch in politischen Protest um, der mit Härte von der Staatsmacht verfolgt wird. Am Montag kündigte die Justiz der Islamischen Republik an, ohne Nachsicht vorzugehen.<h3> Erste Wirtschaftsreformen</h3>Die Regierung hat unterdessen erste Wirtschaftsreformen in die Wege geleitet. Präsident Masoud Pezeshkian und sein Kabinett strichen unter anderem Subventionen für Importeure, die bisher von einem staatlich begünstigten Wechselkurs profitiert hatten. Am Montag warnte die iranische Regierungssprecherin, dass dies zunächst zu einem Preisanstieg führen könnte.<h3> Fehlende Zukunftsperspektiven</h3>Viele Menschen gehen auch wegen fehlender Zukunftsperspektiven auf die Straßen. Seit Jahren bereits hat die schwere Situation am Arbeitsmarkt und die hohe Inflation die Mittelschicht im Iran erodieren lassen. <BR /><BR />In den sozialen Medien klagten Nutzer, dass ein Liter Speiseöl mancherorts inzwischen teurer sei als in Deutschland. Zum Vergleich: der durchschnittliche Monatslohn im Iran beträgt umgerechnet nur einige Hundert Euro.