Nun ist die Aufregung landesweit groß – denn 50 Sicherheitsleute kann sich keine Maturaklasse leisten.<BR /><BR />In Brixen wurde am Dienstag alles unternommen, um den Maturaball am Samstag im Forum doch noch stattfinden zu lassen. 2 Maturaklassen wollen den „Maturaballondor“ organisieren. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1123200_image" /></div> <BR /><BR /><BR /> „Es dürfen nicht mehr als 1040 Tickets verkauft werden“, betont Stadträtin Sara Dejakum. „Wir gehen alle kritischen Punkte durch.“ Zusammen mit Bürgermeister Andreas Jungmann, Stadtrat Peter Natter, den Schülern sowie den Veranstaltern des Forum Brixen wurde ein Sicherheitskonzept auf die Beine gestellt, das Quästor Paolo Sartori weitergeleitet wird. Dieses Konzept sieht 40 Personen für die Sicherheit vor – davon 27 professionelle Securities, teilt Dejakum mit.<BR /><BR />Wie berichtet waren beim Maturaball am vergangenen Samstag zu viele Tickets abgesetzt worden, so dass ein enormer Besucherstrom dann ins Forum drängte und der Einsatz der Rettungskräfte erschwert wurde, die einer bewusstlosen betrunkenen Minderjährigen Hilfe leisten wollten. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/maturaball-in-brixen-vorzeigt-geraeumt-was-war-da-wieder-los" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier lesen Sie mehr.</a><h3> Quästor: „Wer Veranstaltungen organisiert, muss Gesetz einhalten“</h3>Quästor Paolo Sartori verteidigte seine Forderung nach 50 Sicherheitsleuten für das Forum: „20 Männer reichen nicht aus, um die Sicherheit zu garantieren, wenn über 1000 Gäste kommen – großteils minderjährige. Und ich kann nicht bei jedem dieser großen Bälle 30 Polizisten oder Carabinieri einsetzen. Wer solche Veranstaltungen organisiert, muss das Gesetz einhalten. Die Sicherheit und Unversehrtheit der Bürger haben Vorrang.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1123203_image" /></div> <BR /><BR />Den Bürgermeistern empfehle er, den Ausschank von Superalkohol zu verbieten. Auf die Organisatoren des Maturaballs am vergangenen Samstag im Forum werde einiges an Geldbußen zukommen und wahrscheinlich werde es auch Anzeigen geben, kündigt Sartori an.<BR /><BR /> Einige Eltern hätten sich darüber beschwert, dass der Maturaball vorzeitig abgebrochen wurde. „Wenn bei einem Maturaball über 200 Karten mehr verkauft werden als erlaubt, dann kann alles passieren – da kann es auch zu echten Tragödien kommen“, warnt der Quästor. <BR /><BR />Sartori erinnert an die Tragödien in einer Diskothek in Corinaldo (Provinz Ancona) im Dezember 2018 und in Turin auf der Piazza San Carlo beim Fußball-Champions-League-Finale 2017: In beiden Fällen war es nach dem Einsatz von Pfefferspray durch Kriminelle zu Massenpanik mit Toten gekommen. Nächste Woche wird sich Quästor Sartori mit den Bürgermeistern zu einer Aussprache zu diesem Thema treffen. <h3> Mair: „Sollten nicht so brutal übertreiben“</h3>Sicherheits-Landesrätin Ulli Mair meint: Die vom Quästor verlangten 50 Sicherheitsleute für den Maturaball im Forum seien „nicht machbar“. Denn wer solle 50 Security-Leute bezahlen? Klassen könnten dieses Aufgebot nicht stellen. In Brixen sei es leider Gottes zu tragischen Vorfällen gekommen, aber nun dürfe man bei diesem Thema „nicht so brutal übertreiben“, meint die Landesrätin. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1123206_image" /></div> <BR /><BR />Die Zukunft der Maturabälle müsse auf jeden Fall gesichert sein. „Wir dürfen nicht unsere Traditionen hinterfragen und auflösen“, ist die Sicherheits-Landesrätin überzeugt. Dass man bei Maturabällen Sicherheitsfirmen brauche, sei in Südtirol nicht Tradition. Sie könne aber auch den Quästor verstehen – wenn er jede Woche 30 Polizisten in Städten wie Brixen oder Meran für Maturabälle einsetzen müsse.<BR /><BR /> Nun hätten aber auch die Sicherheitsfirmen Angst um ihre Arbeit, berichtet Mair. „Auch sie wollen bei mir vorsprechen.“ Den Jugendlichen müsse man helfen bei der Organisation der Maturabälle, ist die Landesrätin überzeugt. „Das Sicherheitskonzept muss stemmbar und nachvollziehbar sein“, meint Mair. <h3> Schatzer: „Sensibilisierung ist wichtig“</h3>Laut Gemeindenverbandschef Andreas Schatzer haben 10 bis 12 Sicherheitsleute in Vahrn bisher immer ausgereicht, um im Haus Voitsberg Veranstaltungen mit 500 Gästen abzuhalten. „50 Sicherheitsleute für das Forum erscheint mir eine stattliche Zahl“, meint Schatzer.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1123209_image" /></div> <BR /> Hochgradiger Alkohol werde laut seinem Wissensstand auf Maturabällen in Vahrn nicht aufgeschenkt. Alkohol auf Maturabällen zu verbieten, hält der Gemeindenchef nicht für sinnvoll – dann dürfte man ihn bei Schützenbällen oder Feuerwehrbällen auch nicht aufschenken. Wichtig sei die Sensibilisierung: Trinken mit Maß, meint der Gemeindenchef.<BR /><BR /> Die Gemeinde stelle die Ermächtigung für die Abhaltung von Maturabällen aus – die Zahl der Gäste zu kontrollieren sei aber Zuständigkeit und Aufgabe der Veranstalter, nicht der Gemeinde. Aber auch Securityleute und Hausmeister würden ein Auge auf die Besucherzahl werfen – da gebe es eine Zusammenarbeit zwischen allen, so Schatzer.