Freitag, 20. April 2018

Helmuth Sinn: „Das ist für eine Minderheit fatal“

Über 40 Jahre war er in der Landesverwaltung tätig – einen Großteil davon als führender Beamter: Helmuth Sinn, Direktor der Abteilung Arbeit. Mit 1. Mai geht er in Pension. Einige Entwicklungen bereiten ihm aber Sorgen.

Helmuth Sinn im Gespräch mit dem Tagblatt „Dolomiten“. - Foto: DLife
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Helmuth Sinn im Gespräch mit dem Tagblatt „Dolomiten“. - Foto: DLife

Südtirol habe sich gut entwickelt in den vergangenen Jahrzehnten, auch der Arbeitsmarkt boomt derzeit. In der Landesverwaltung gebe es aber einige Dinge, die nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten, sagt Sinn dem Tagblatt „Dolomiten“ (Freitag-Ausgabe). Etwa die Computerisierung und Digitalisierung: „Vor 20 Jahren waren wir dem Staat diesbezüglich weit voraus. Heute ist es umgekehrt, der Staat hat uns überholt“, so Sinn.

„Vor 15 Jahren haben uns die Kollegen des Inps noch um unsere Technik beneidet, heute lachen sie uns aus.“ Das sei aber nicht nur in der Abteilung Arbeit der Fall, sondern in der gesamten Landesverwaltung, sagt Sinn. „Man hat die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Informatik nicht früh genug erkannt. Wir sind arg im Rückstand und weisen auf dieses Problem schon seit Jahren hin.“

„Südtirol werden Kompetenzen genommen“

Aber auch autonomiepolitische Entwicklungen machen Sinn Sorgen: „Dem Land Südtirol werden im Bereich Arbeit vom italienischen Staat – mit dem Vorwand der Computerisierung  – einige Kompetenzen weggenommen, die wir mühsam errungen und aufgebaut haben“, betont er. „Das sind schon äußerst bedenkliche Entwicklungen, für eine Minderheit fatal.“

Ein anderes Beispiel: Sinns Pensionsantrag. "Den Antrag gibt es nur mehr in Italienisch. Das ist ein Rückschritt in der Entwicklung. Das Recht auf Muttersprache muss gewährleistet werden“, sagt Sinn im Gespräch mit den „Dolomiten“.

D/stol

stol