Ein Gespräch über sein Ergebnis bei den heurigen Landtagswahlen und seine persönliche Zukunft.<BR /><BR /><b>Herr Steger, sind Sie noch enttäuscht über Ihre persönliche Wahlniederlage?</b><BR />Robert Alexander Steger: Nein – und ich war auch nie enttäuscht. Ich wusste von Anfang an, dass es für mich schwer werden würde hineinzukommen. Es war für mich klar, dass ich als Bezirkskandidat nur im Pustertal Stimmen bekommen werde – und angesichts der Anzahl der Pusterer Kandidaten war mir ebenso klar, dass sich die Stimmen weit aufteilen würden und dass es für mich wohl nicht reichen dürfte.<BR /><BR /><b>Sie sind also zufrieden mit Ihrem Wahlergebnis?</b><BR />Steger: Angesichts meiner Ausgangslage bin ich absolut zufrieden. 2224 Stimmen sind eine große Menge. Und ich danke jeder und jedem, der mir seine Stimme gegeben hat.<BR /><BR /><b>Worauf führen Sie Ihr Ergebnis zurück, mit dem Sie doch klar den Einzug in den Landtag verpasst haben?</b><BR />Steger: Zum einen, wie gesagt, auf die große Zahl der Pustertaler Kandidaten und zum anderen, dass die SVP vor allem bei ihren konservativen Wählern, den traditionellen Stammwählern, im ländlichen Raum sehr viel verloren hat. Besonders im Ahrntal haben diesmal viele bewusst aus Protest nicht die Südtiroler Volkspartei gewählt.<BR /><BR /><b>Waren es nur Protestwähler, welche die SVP verloren hat, oder hatte die Partei auch inhaltliche Abstriche gemacht, die ihr nicht verziehen wurden?</b><BR />Steger: Es waren gewiss auch inhaltliche Versäumnisse. Ich bin der Meinung, dass in der SVP die volkstumspolitische und noch mehr die autonomiepolitische Linie etwas verlorengegangen ist. Wer mich aber kennt, weiß: Ich bin Tiroler im Herzen, Europäer aus Überzeugung und Italiener im Reisepass.<BR /><BR /><b>Wie hat man in Prettau ihr Wahlergebnis beurteilt?</b><BR />Steger: Viele haben mir zu meinem Ergebnis gratuliert und viele haben mir gesagt, dass sie erleichtert seien, dass ich nicht gewählt wurde und mich nun wieder mit ganzer Kraft für Prettau einsetzen kann.<BR /><BR /><b>Dieser Einsatz dauert aber nicht mehr sehr lange.</b><BR />Steger: Das stimmt. Ich bin in der dritten Amtszeit Bürgermeister von Prettau – und die endet bekanntlich im Frühjahr 2025. Ob ich dann noch einmal als Kandidat für den Gemeinderat antreten werde, weiß ich nicht. Viel wichtiger ist aber, dass wir jetzt mit vollem Einsatz die angefangenen Projekte weiterverfolgen und möglichst auch zu Ende führen.<BR /><b><BR />Welche Projekte meinen Sie konkret?</b><BR />Steger: Ich möchte 2 nennen: den neuen Gemeindebauhof, ein 2,5-Millionen-Euro-Projekt, mit dessen Bau wir 2024 beginnen möchten, und das Trinkwasserprojekt mit der Neufassung mehrerer Quellen für die Trinkwassersicherung unserer Gemeinde. Leider fehlt für das Wasserprojekt die Finanzierung, weil wir nicht mehr über das Berggesetz beim Land um Förderung ansuchen können.<BR /><BR /><b>Sie sagten, man kenne sie nur im Pustertal. Landesweite Bekanntheit würde die Mitarbeit oder sogar Leitung einer SVP-Gruppierung bringen. Könnten Sie sich da etwas vorstellen?</b><BR />Steger: Ich bin seit 33 Jahren Mitglied der SVP-Arbeitnehmer und der SVP-Wirtschaft. Ich passe also sozusagen in keine Schublade. Und ich bin auch überzeugt, dass man als Volkspartei beide Seiten gleichermaßen vertreten muss.<BR /><BR /><b>Im Unterschied zu ihrem Bürgermeisteramt sind Sie als Präsident der Bezirksgemeinschaft in Ihrer ersten Amtszeit. Wird es eine weitere geben?</b><BR />Steger: Wenn die Gemeinden dies wünschen, würde ich gerne weitermachen. Es gibt nämlich noch zahlreiche Projekte, u.a. das neue Pacher-Haus in Bruneck, an denen ich weiterarbeiten möchte.<BR /><BR /><b>Wie wird ansonsten Ihre berufliche Zukunft aussehen?</b><BR />Steger: Ich bin Geschäftsführer im Wartestand beim Regionalmanagement Pustertal, das ich einst aufgebaut habe. Ich könnte mir vorstellen, dort weiterzumachen. Interessieren würde mich auch ein berufliche Anstellung im Energiebereich. Es kann aber auch etwas ganz anderes sein: Mich begeistern neue Dinge, die ich von Grund auf entwickeln und aufbauen kann.<BR /><BR /><b>Und wie sehr interessiert Sie nach dem heurigen Wahlergebnis noch die Landespolitik?</b><BR />Steger: Sie reizt mich grundsätzlich nach wie vor, weshalb ich sage: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Ich bin auch überzeugt, dass wir neben neuen Gesichtern weiterhin auch Leute mit Erfahrung im Landtag brauchen werden.