Mit einem Ergebnis wird am späteren Nachmittag gerechnet. Getrieben von der hohen Zuwanderung ist die Schweizer Bevölkerung seit der Einführung der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 um fast ein Viertel auf 9,1 Millionen Menschen gewachsen.<BR /><BR />Europaweit greifen rechte Parteien Ängste vor Zuwanderung auf, wie es auch beim Aufstieg der AfD in Deutschland, des Rassemblement National in Frankreich oder der FPÖ in Österreich zu beobachten ist. In der Schweiz fand der Vorschlag allerdings weit über nationalistische Lager hinaus Zuspruch. Ein wichtiges Argument war dabei der sogenannte „Dichtestress“: Die Zuwanderung hat zu Wohnungsnot und vollen Zügen geführt.<h3> Starker Gegenwind</h3>Fast alle Parteien, die Regierung und Wirtschaftsvertreter hatten den Vorschlag im Vorfeld bekämpft. Sie befürchteten wirtschaftliche Schäden und einen Mangel an Fachkräften. Denn bei einer Annahme hätte die Schweiz letztlich das wichtige Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union (EU) kündigen müssen. Die Offenheit des Schweizer Arbeitsmarktes hatte das Wirtschaftswachstum des Landes in den vergangenen Jahrzehnten getragen. Justizminister Beat Jans hatte sogar vor einem „Brexit-Moment“ gewarnt und betont, dass ohne Personal aus dem Ausland die Krankenhäuser und Pflegeheime des Landes nicht mehr funktionieren würden.<BR /><BR />„Der Erfolg der Schweiz hat zu Wachstumsschmerzen geführt“, erklärte die Vizepräsidentin der Partei „Die Mitte“, nachdem die Hochrechnungen vorlagen. Diese Wachstumsschmerzen müssten ernst genommen werden, so die Gegnerin des SVP-Vorschlages. „Aber ein starrer Deckel ist keine Lösung.“ Um die Zuwanderung zu bremsen, müsste das Land das Arbeitskräftepotenzial der bereits im Land wohnenden Menschen besser nutzen, erklärte sie in einem Interview von SRF weiter.