Dienstag, 14. Februar 2017

Hochspannungslinie über Reschenpass bis in die Lombardei

Land, Netzbetreiber Terna und die Gemeinden Mals und Glurns haben kürzlich eine Vereinbarung für den Bau einer Hochspannungslinie über den Reschenpass unterzeichnet.

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Foto: © shutterstock

Bereits vor einem Jahr hat die Landesregierung dem Abschluss einer Vereinbarung mit dem staatlichen Stromnetzbetreiber Terna zugestimmt. Darin ist der Bau einer Hochspannungsleitung über den Reschenpass vorgesehen.

Diese Stromlinie soll zur Gänze unterirdisch verlegt werden und an Graun, Mals und Glurns vorbei über das Stilfserjoch bis in die Lombardei führen.

Beeinträchtigungen während Bauzeit so gering als möglich

„Es war für uns eine Voraussetzung, dass die betroffenen Gemeinden im Vinschgau in den Werdegang der Verhandlungen eingebunden sind“, betonte Energielandesrat Richard Theiner, weshalb auch die Gemeinden die Vereinbarung unterzeichnet haben.

Der Vertragsunterzeichnung ist das Resultat mehrjähriger Verhandlungen: „Wir haben stets darauf gedrängt, dass die Leitung so verlegt wird, dass die Beeinträchtigungen für Land und Leute so klein wie möglich bleiben, und dies ist auch gelungen, weil die Leitung zur Gänze unterirdisch verlegt wird“, so Theiner.

Die neue Hochspannungsleitung ist eine sogenannte Interconnector-Linie im Sinne des Staatsgesetzes Nr. 99/2009. Dieses sieht die Möglichkeit vor, dass die großen Energieverbraucher den Bau grenzüberschreitender Leitungen finanzieren und im Gegenzug über eigene Leitungen zeitlich beschränkt (circa 12-15 Jahre) günstigeren Strom aus dem Ausland beziehen können.

Mehrwert für Südtirol

Die Terna AG, ein Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Rom und der zentrale Netzbetreiber auf Höchst- und Hochspannungsebene, hat vom Staat den Auftrag erhalten, mehrere solcher Leitungen zu bauen. Die Entscheidung über die gesamte Abwicklung liegt beim Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung.

Das Abkommen mit Terna sieht vor, dass durch den Bau der Interconnector-Linie über den Reschenpass auch ein Mehrwert für Südtirol und die betroffenen Gemeinden entsteht. Das bedeutet unter anderem, dass das Umspannwerk in Glurns modernisiert und zwei Hochspannungsleitungen künftig miteinander kommunizieren können.

70 Millionen Euro

„Dies wird eine deutliche Verbesserung der Versorgungssicherheit im Vinschgau mit sich bringen“, so Landesrat Theiner. Außerdem konnte erreicht werden, dass in Graun die innerörtliche Freileitung im Ausmaß von 0,5 Kilometern unterirdisch verlegt und das Umspannwerk außerhalb des Dorfes angesiedelt wird.

„Die Kosten im Ausmaß von 70 Millionen Euro tragen die privaten Unternehmen, die dafür günstigeren Strom aus dem Ausland beziehen können“, sagte Ressortdirektor Florian Zerzer. Er geht davon aus, dass noch mehrere Jahre vergehen werden, bevor der Strom durch die neue Hochspannungslinie fließt.

lpa/stol

stol