Donnerstag, 12. Mai 2016

Hofer will Südtirolern die Doppelstaatsbürgerschaft anbieten

53 Sekunden: Mehr Zeit hatte der FPÖ-Kandidat für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten Norbert Hofer nicht, um auf Fragen von ORF.at-Lesern zu antworten. Fragen, die nicht immer gestellt werden. Fragen, die auch Südtirol betreffen.

Norbert Hofer könnte sich vorstellen, den Südtirolern eine Doppelstaatsbürgerschaft anzubieten.
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Norbert Hofer könnte sich vorstellen, den Südtirolern eine Doppelstaatsbürgerschaft anzubieten. - Foto: © APA

Via Instagram veröffentlichte ORF.at am Donnerstag die Antworten in kurzen Clips.

Zum Beispiel, wie Norbert Hofer die politische Spaltung in Österreich wahrnehme. „Als ich noch sehr jung war, gab es in Österreich zwei große Parteien und auch damals war Österreich ‚gespalten‘. Es gab zwei Meinungen, und auch jetzt gibt es zwei Blöcke. Aber generell herrscht in Österreich eine Vielfalt an Meinungen. Und ich finde es sehr positiv, dass es in einer Demokratie diese Vielfalt gibt und man irgendwo einen Kompromiss findet“, so der Kandidat für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten, der am 22. Mai zur Stichwahl gegen Alexander Van der Bellen (Grüne) antritt.

„Beleidigende Kommentare im Netz müssen gelöscht werden“

Ob er kritische Meinungen, die auf Social-Media-Seiten veröffentlicht werden, löschen würde.

„Wenn es beleidigende Einträge gibt, muss man sie auch löschen. Das darf man einfach nicht zulassen. Ich bin sehr für Klarnamen in sozialen Netzwerken. Wenn jemand eine Meinung hat, soll er auch den Mut haben, mit seinem Namen für diese Meinung zu stehen. (…) Es ist auch im Internet wichtig, dass das Gegenüber respektiert wird.“

„Ob es ein Referendum zur Vereinigung Tirols und Südtirols gibt, muss Rom entscheiden“

Eine Frage ließ wohl vor allem die Südtiroler aufhorchen. Isolde H. wollten wissen: „Wie stehen Sie zur Forderung von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache, ein Referendum zur Vereinigung Tirols und Südtirols abzuhalten?“

Auch hier hat Hofer klare Vorstellungen: „In vielen Ländern der Welt hat das Selbstbestimmungsrecht eine große Bedeutung (…). In Südtirol kann das auch irgendwann möglich sein, aber das muss Rom entscheiden. Das ist eine Entscheidung, die nicht in Österreich getroffen werden kann. Was wir Österreicher tun können ist, den Südtirolern eine Doppelstaatsbürgerschaft anzubieten, wie das auch die ÖVP in der Vergangenheit gefordert hat. Und ich denke mir, wenn die Wiener Vizebürgermeisterin eine Doppelstaatsbürgerschaft hat, dann könnte man das auch den Menschen in Südtirol anbieten.“

„Wenn wir die Grenzen für alle öffnen, sind wir nicht mehr sicher“

Und auch die Schließung der Grenzen – wenn auch nicht explizit des Brenners – sprach Hofer in einer Antwort an. Er hoffe, dass in Österreich kein Krieg ausbreche. Aber: „Wenn wir die Grenzen für alle öffnen, wird Österreich kein Land sein, das unbedingt sicher ist.“

stol/liz

stol