Freitag, 12. Juni 2020

Hoffnung auf römische Hilfe gegen den Wolf

Geht es dem Wolf nun doch noch an den Kragen? Eine kleine Hoffnung keimt nach dem Gespräch der Südtiroler Delegation mit Ministerpräsident Giuseppe Conte in Rom, wie das Tagblatt „Dolomiten“ berichtet.

Darf Südtirol auf Hilfe aus Rom gegen den Wolf hoffen?
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Darf Südtirol auf Hilfe aus Rom gegen den Wolf hoffen? - Foto: © shutterstock
„Er hat uns in der Sache recht gegeben“, berichtet SVP-Senatorin Julia Unterberger und hofft nun, dass das Gespräch, das der Regierungschef nun seinerseits mit dem Umweltminister führen will, Hilfe für Südtirols Bauern bringt. Gut eine Stunde dauerte das Treffen von Ministerpräsident Giuseppe Conte und Finanzminister Roberto Gualtieri mit Julia Unterberger, der Vorsitzenden der Autonomiegruppe, und ihren Kollegen, Senator Dieter Steger und Manfred Schullian, Vorsitzender der gemischten Fraktion in der Abgeordnetenkammer.

In erster Linie ging es um die verschiedenen Initiativen zum Neustart der Wirtschaft – beginnend bei den Maßnahmen, die im entsprechenden Gesetzesdekret enthalten sind. „Dabei hat Ministerpräsident Conte von sich aus das Thema Berggebiete angesprochen und dass er diese gerne mit einem eigenen Paket aufwerten möchte. Wir haben die Gelegenheit genutzt und ihm das Problem mit dem Wolf vorgebracht“, berichtet Unterberger.

Gerade zum Schutz der Berggebiete mit ihren Almen sei es wichtig, dass man diese vom Wolf befreien und da, wo Herdenschutzmaßnahmen nicht greifen, einen Wolf auch entnehmen kann. Das habe man dem Ministerpräsidenten erläutert, „und er hat uns in der Sache recht gegeben“, berichtet Unterberger. Conte, dem die Problematik bis dahin nicht bewusst gewesen sei, habe versprochen, mit dem Umweltminister darüber zu reden. „Ich werte das als positives Zeichen“, meinte Unterberger gestern.

Nicht das einzige: Auch in Sachen Anfechtungen wolle er sich für Südtirol einsetzen. Generell sollen „wir einen Ansprechpartner bekommen, so dass es stets zunächst zu einem Versuch der Einigung kommen soll“, so die Senatorin. Ganz konkret ging es auch um den Südtiroler Sonderweg bei den Corona-Verordnungen. Auch hier signalisierte Conte, sich gegen eine Anfechtung durch den Regionenminister stark machen zu wollen. Auf der gestrigen Tagesordnung des Ministerrates, bei dem es auch um Anfechtungen des Staates ging, „waren wir schon mal nicht dabei“, so Unterberger.

Den Hauptteil des Treffens machten jedoch die Wirtschaftsmaßnahmen aus und dabei hat die Südtiroler Delegation „für verschiedene Bereiche einen stärkeren Einsatz gefordert: für einen Bürokratie-Abbau, für eine Mehrwertsteuer-Senkung sowie für Maßnahmen zu Gunsten des Tourismus“, so die Senatorin.

Man habe Conte auch auf die jüngste parlamentarische Initiative hinsichtlich der sogenannten Suprematie-Klausel angesprochen, berichtet Unterberger. „Diesbezüglich hat er uns versichert, dass die Position der Regierung gegenüber den Sonderautonomien unverändert ist – die bestehenden autonomen Rechte und Kompetenzen bleiben auf jeden Fall aufrecht.“ Überhaupt sei eine Verfassungsänderung derzeit nicht das dringendste Problem, man müsse sich jetzt mit Kräften bemühen, die Wirtschaft wieder in Schwung zubringen.

ih