Nach Angaben des Verbands hätten die steigenden Kosten inzwischen rund 60 Prozent der Einnahmen aufgezehrt. Besonders belastend seien die stark gestiegenen Treibstoffpreise. Für ein Fischerboot mit mehr als 24 Metern Länge seien die Kosten für eine Tankfüllung von durchschnittlich 6000 bis 9000 Euro auf derzeit mehr als 13.000 Euro gestiegen.<h3> Fischerboote fahren langsamer</h3>In Ligurien würden Fischerboote demnach langsamer fahren, um Kraftstoff zu sparen. In Livorno seien die Arbeitszeiten um ein Drittel reduziert worden. Dadurch leide jedoch die Qualität, da der Fang hochwertiger Tiefseefische seltener werde, beklagte der Fischerverband<BR />Maurizio Giacalone, Sprecher der Fischer im sizilianischen Mazara del Vallo erklärte, die Fischer würden inzwischen nur noch halb so viel wie früher tanken, um zu sparen. Dadurch müssten die Schiffe aber schneller in die Häfen zurückkehren. Auch die Aquakultur leidet laut dem Verband unter stark steigenden Kosten. So seien die Energiekosten für Anlagen um 200 Prozent gestiegen, die Preise für Styroporkisten um 40 Prozent.<BR /><BR />Die Regierung von Giorgia Meloni hat im März für Fischereiunternehmen einen Steuergutschrift-Bonus von bis zu 20 Prozent für Ausgaben für Diesel und Benzin in den Monaten März bis Mai beschlossen. Agrar- und Fischereiminister Francesco Lollobrigida erklärte, die Maßnahme solle die außergewöhnlichen Preissteigerungen infolge internationaler Krisen abfedern. Gleichzeitig beschloss die Regierung eine zeitweise Senkung der Kraftstoffsteuern, die den Benzin- und Dieselpreis um etwa 25 Cent pro Liter reduzieren sollte.<BR /><BR />Vertreter der Branche halten die Hilfen jedoch für unzureichend. Viele Fischerboote müssten weiterhin mit halber Tankfüllung fahren, um liquide zu bleiben. Zudem könnten die gestiegenen Kosten kaum an Verbraucher oder Restaurants weitergegeben werden, da sonst die Nachfrage nach teuren Produkten wie roten Garnelen einbreche.