Jovial lächelnd, Hände schüttelnd und Küsschen verteilend erschien Hollande gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler in einem öffentlichen Gebäude seines Wahlkreis Tulle (Zentralfrankreich).Während sie in der Wahlkabine verschwand, genoss er sichtlich die aufmunternden Worte seiner Anhänger. Bei der Stimmabgabe ließ er sich ausgiebig fotografieren und signierte ein Hochzeitsfoto, das ihm eine Wählerin reichte. Strahlend und demonstrativ gut gelaunt suchte er anschließend das Bad in der Menge.Auch sein Kontrahent, der um ein zweites Mandat kämpfende Präsident Nicolas Sarkozy, zeigte sich demonstrativ lächelnd bei der Stimmabgabe am Mittag.Er wählte im vornehmen 16. Pariser Arrondissement in Begleitung seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy. Wie auch Hollande genoss er sichtlich die Ermunterungen seiner Anhänger, bevor er seinen Stimmzettel in die Urne gleiten ließ.Beide Kandidaten vermieden jede öffentliche Erklärung nach der Stimmabgabe.Relativ hohe WahlbeteiligungDie Stichwahl um das Präsidentenamt hat mit einer relativ hohen Wahlbeteiligung begonnen. Bis 12 Uhr hatten nach Angaben des Innenministeriums 30,66 Prozent der Wahlberechtigten in Frankreich ihre Stimme abgegeben.Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 22. April hatten zur gleichen Zeit erst 28,2 Prozent der Bürger abgestimmt. Damals lag die Beteiligung am Ende des Wahltages bei knapp 80 Prozent.Insgesamt rund 46 Millionen Bürger dürfen entscheiden, wer in den kommenden fünf Jahren das höchste französische Staatsamt bekommen soll. Als Favorit gilt der Sozialist François Hollande. Er liegt in allen Umfragen vor dem konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der um eine zweite Amtszeit kämpft.