Samstag, 26. Januar 2019

Holocaust: „Nie wieder“

Etwa jeder dritte EU-Bürger nimmt einer neuen Studie zufolge einen Anstieg von Antisemitismus in seinem Land wahr. „Leider erhebt Antisemitismus noch immer seinen hässlichen Kopf über ganz Europa“, sagt der Vize-Präsident der EU-Kommission, Frans Timmermans. Am morgigen 27. Januar ist „Internationaler Holocaust-Gedenktag“.

Etwa jeder dritte EU-Bürger nimmt einer neuen Studie zufolge einen Anstieg von Antisemitismus in seinem Land wahr.
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Etwa jeder dritte EU-Bürger nimmt einer neuen Studie zufolge einen Anstieg von Antisemitismus in seinem Land wahr. - Foto: © APA/DPA

Vor 77 Jahren, am 20. Jänner 1942, wurde im Rahmen der Wannsee-Konferenz in Berlin von den Nationalsozialisten die sogenannte „Endlösung“ beschlossen – die Tötung von Millionen Juden. Der Holocaust-Gedenktag dient einerseits als Erinnerung an den nationalsozialistischen Völkermord und andererseits als Mahnung.

„Alte judenfeindliche Vorurteile werden von Generation zu Generation weitergegeben“, sagt Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, im Interview mit dem Tagblatt „Dolomiten“ (Wochenend-Ausgabe). „Das beobachten wir vor allem im rechtsextremen Spektrum.“ Hinzu komme eine in der Art und Weise nicht gerechtfertigte Kritik an Israel, „die auch auf Juden hier in Deutschland übertragen wird“. Diesen Antisemitismus finde man häufig in politisch linken Gruppen, sagt Schuster, „auch in den Kirchen sowie vor allem aber bei Migranten aus dem arabischen Raum“. Sie hätten häufig „einen regelrechten Hass auf Israel, den sie bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben“.

Grundsätzlich hält jeder zweite EU-Bürger (50 Prozent) Antisemitismus in seinem Land für ein Problem. In einigen Ländern ist das Bewusstsein für Judenfeindlichkeit deutlich höher, so etwa in Deutschland. Hier sehen 2 Drittel der Bevölkerung (66 Prozent) Antisemitismus als Problem, in Frankreich sogar 72 Prozent und in Schweden 81 Prozent. EU-weit ist jeder zweite Befragte der Meinung, dass das Leugnen des Holocausts in seinem Land ein Problem darstelle.

sor

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Vor 2 Jahren hat der „World Jewish Congress“ (WJC) zum Holocaust-Gedenktag eine besondere Aktion gestartet: Jeder, der ein Zeichen der Erinnerung an die Ermordung von Millionen Juden setzen will, war aufgerufen, ein Bild von sich selbst zu machen und ins Netz zu stellen. Auf dem Selfie war die jeweilige Person mit einem Blatt und der Aufschrift „I remember“ zu sehen. Auch das Tagblatt „Dolomiten“ und Südtirol Online unterstützten diese Aktion – mit großer Resonanz, wie auf dem Video zu sehen ist.

Das große Interview mit Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sowie zahlreiche Stellungnahmen von Südtiroler Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen, finden Sie in der Wochenend-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

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stol