<BR />Doch der Reihe nach: Seit 2022 gibt es einen Holzbaufonds. Am Start nur für öffentliche Körperschaften und nie ausgeschöpft, weshalb er 2025 für das gemeinnützige Bauen geöffnet wurde. Seit Jahren aber liegt die Forderung am Tisch, auch Private in den Genuss von Förderungen kommen zu lassen. Mehr als ein „Vielleicht“, „Wir werden schauen“ kam dazu von Landesrat Luis Walcher aber nicht. <BR /><BR />Jetzt hat er seine eigene bäuerliche Truppe unter Druck gesetzt, indem das Duo Noggler/ Locher einen Antrag der Grünen mitunterzeichnete. „Erstmals seit 18 Jahren“, wie Noggler im Landtag betonte. <BR /><BR /> Im Antrag geht es nicht nur um Förderungen für private Bauherren. In Zusammenarbeit mit dem Gemeindenverband soll zudem eine Beratungsstelle für Holzbauweise eingerichtet, Fördermaßnahmen für die Verwertung von wiederverwendbaren Holzteilen am Bau auf Schiene gebracht und der Anteil von Holz am öffentlichen Bauprogramm gesteigert werden. <BR /><BR />Holz, so Erstunterzeichnerin Rohrer, sei ein nachhaltiger Baustoff. Mehr als 25.000 Menschen erwirtschaften Einkommen im Zusammenhang mit dem Wald und die lokale Holzwirtschaft jährlich 1,7 Milliarden Euro: Das sind fast sieben Prozent des BIP. „Wichtig ist, dass hochwertiges Bauholz bezuschusst wird. Ich gehe davon aus, dass mit diesem Antrag auch die Finanzierung dafür gedeckt ist“, so Noggler. Locher regte eine eigene Oberschul-Fachrichtung Holz an.<BR /><BR />Zustimmung kam von allen Seiten. Holz entspreche der Wohnkultur im Alpenraum. Es seien nicht nur reine Holzbauten zu fördern, sondern Anbauten, so Andreas Leiter Reber.<BR /><BR />Jetzt geht der Ball an Luis Walcher. Der mahnt zu mehr Ehrlichkeit: Am Bau werde sehr viel Holz von außerhalb des Landes verwendet. Den reinen Holzbau wollen wenige. Man werde sehen, wie man die Materialien kombinieren könne. Allemal habe Holz Sympathie und Stärke. Wenn man mehr Holz aus den Südtiroler Wäldern entnehme, müsse man sich zunehmend mit Aufforstung befassen, denn man werde in Zukunft weniger Fichten im Wald haben. <h3> Land verlängert Einreichtermin </h3>Für Bauprojekte mit Holz stehen in Südtirol weiterhin Fördermittel bereit: Da der Holzbaufonds noch nicht vollständig ausgeschöpft ist, wurde der Einreichtermin für Anträge bis zum 30. Juni verlängert. Mit dem Holzbaufonds, den von nun an auch Private beanspruchen können (siehe nebenstehender Bericht), fördert das Land den Einsatz von Holz als Baustoff. <BR /><BR />Ziel ist die langfristige Kohlenstoffspeicherung und der Ersatz anderer, CO₂-intensiverer Baumaterialien. Der Fonds ist für den Zeitraum 2023 bis 2030 eingerichtet und wird jährlich mit 1,2 Mio. Euro ausgestattet. Gefördert wird die gespeicherte Kohlenstoffmenge in Gebäuden und Bauwerken öffentlicher Körperschaften, von gemeinnützigen Körperschaften und Organisationen, zivilrechtlich anerkannten kirchlichen Körperschaften und Stiftungen. <BR /><BR />Die Förderung schließt eine Mehrfachförderung der Baumaßnahme nicht aus. Eine Expertenkommission nimmt die Bewertung und Reihung der Projekte in einer Rangliste vor und legt die Höhe der Förderungen fest, die abhängig von der Menge der in den Holzbauelementen und Dämmstoffen gebundenen Kohlenstoffmenge ist. <BR /><BR />Je Tonne gespeichertem Kohlenstoff wird ein Beitrag in Höhe von 500 Euro zur Verfügung gestellt. Die Förderanträge müssen vor Baubeginn bei der Landesabteilung Forstdienst in elektronischer Form eingereicht werden, alle Informationen und Gesuchsunterlagen gibt es im Bürgernetz des Landes.