Vor allem in Bozen scheint der bereits seit Jahren schwelende Kleinkrieg zwischen den beiden Rom-Abgeordneten Michaela Biancofiore und Giorgio-Holzmann, in den auch FLI-Politiker Alessandro Urzì immer wieder eingreift, kein Ende zu nehmen. Die Partei leide darunter, betonte am heutigen Mittwoch Holzmann, der nach Bozen gekommen war, um ein Jahresresümee zu ziehen. Dabei wies er für den Unfrieden in der Partei jede Schuld von sich und wählte harte Worte für Biancofiore, die gemeinsam mit Alberto Sigismondi PDL-Koordinatorin der Provinz Bozen ist. Außerdem sitzt sie im Bozner Gemeinderat. „Der Wählerauftrag wird von Biancofiore nicht wahrgenommen“ „Sie legt ein beschämendes Verhalten an den Tag und schadet der Partei. Biancofiore hat als Bozner Gemeinderatsmitglied bisher an zwei von 32 Sitzungen teilgenommen. Der Wählerauftrag wird von ihr in keinster Weise wahrgenommen“, schimpfte Holzmann.Dass diesem möglicherweise die Worte von Außenminister Franco Frattini sauer aufstießen, ist nicht auszuschließen. Dieser hatte am Dienstag in einem Interview mit der Tageszeitung „Alto Adige“ erklärt, dass Biancofiore die eigentliche PDL-Koordinatorin in Südtirol sei und dass sie wesentlich zum Tauwetter zwischen der SVP und dem PDL sowohl auf gesamtstaatlicher, als auch auf lokaler Ebene beigetragen habe. „Wir sind deshalb als Verräter beschimpft worden“ Holzmann wies diese Aussage zurück. „Wir, die ehemaligen AN-Mitglieder, sind in den vergangenen Jahren die moderate Linie gefahren und haben versucht, zur SVP ein entspanntes Verhältnis aufzubauen. Nicht selten sind wir deshalb als Verräter beschimpft worden“, erklärte Holzmann, der Biancofiore vorwirft mit falschen Karten zu spielen. Schelte von Frattini hatte es auch für Holzmann gegeben. Dieser lege teilweise ein feindseliges Verhalten an den Tag, so der Außenminister im Interview. Diesen Vorwurf wies der PDL-Politiker von sich. „Ich habe immer den Dialog gesucht und bin für einen Neuanfang bereit. Es müssen aber klare Signale ausgesandt werden“, bekräftigte Holzmann. Signale, die auch in naher Zukunft ausbleiben dürften, bedauerte Holzmann, da Biancofiore die nötige Selbstkritik fehle. „Schwierige Zeit in Rom“ Ähnlich schlecht ist derzeit die Stimmung in Rom. „Wir durchleben momentan eine schwierige Zeit, eine sehr sensible Phase“, so Holzmann, der vor allem für den „Verrat“ der FLI-Jünger rund um den Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, nur Kopfschütteln übrig hatte. Lobende Worte gab es hingegen für das Verhalten der SVP-Abgeordneten und SVP-Senatoren bei der Vertrauensabstimmung über Regierungschef Silvio Berlusconi. „Ich habe mir nichts anders als die Stimmenthaltung erwartet. Die SVP war und ist bleibt blockfrei“, so Holzmann. "Keine Geschenke für die SVP"Dass es deshalb vom PDL Geschenke hagelte, schloss Holzmann aus. „Die Durchführungsbestimmungen lagen bereits seit längerer Zeit auf dem Tisch. Der SVP ist nichts geschenkt worden“, bekräftigte er.Das relativ gute Verhältnis zur SVP – zumindest derzeit – begrüßte er. „Wir werden dranbleiben, die Beziehungen sollen weiter ausgebaut werden“, so Holzmann abschließend. joi