Donnerstag, 06. August 2020

Homeoffice bleibt auch nach Corona

Jeder öffentliche Angestellte soll mit seiner Führungskraft eine individuelle Vereinbarung über Arbeit im Homeoffice abschließen können. Dies ist das Kernstück eines Rahmenabkommens, welches der Generaldirektor des Landes am Mittwoch den Gewerkschaften präsentiert hat und das ab 15. Oktober greifen soll, berichtet das Tagblatt „Dolomiten“ am Donnerstag.

Das Homeoffice wird wohl auch nach Corona weiterhin bestehen bleiben.
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Das Homeoffice wird wohl auch nach Corona weiterhin bestehen bleiben. - Foto: © shutterstock
Smartworking war ein Arbeitsmodell, das es im öffentlichen Dienst bis März nur bei 127 Mitarbeitern in Telearbeit gab. Im Lockdown änderte sich das schlagartig: 4127 Mitarbeiter oder 94 Prozent aller Angestellten, deren Tätigkeit sich im Homeoffice abwickeln lässt, mussten von zu Hause arbeiten. Derzeit sind es noch 30 Prozent, was bis 15. Oktober fortgeführt wird. „Keiner arbeitet aber mehr zu 100 Prozent von zu Hause, denn seit Ende Juli wird der Parteienverkehr wieder voll garantiert“, sagt Generaldirektor Steiner.

Arbeiten von zu Hause gut angekommen


Allemal ist das Arbeiten von Zuhause aus gut angekommen. Bei der Verhandlungen zum bereichsübergreifenden Vertrag (BÜKV) für den gesamten öffentlichen Dienst stellte Steiner gestern den Gewerkschaften die Ergebnisse von 3 Umfragen unter den Landesangestellten vor. 74,2 Prozent schätzen, dass dass Pendeln zum Job wegfällt.

74,7 Prozent sehen darin eine gute Möglichkeit, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Für 65,6 Prozent ist Homeoffice eine Chance, mehr Autonomie bei der Arbeit an den Tag zu legen. Als Nachteile nennt jeweils rund ein Drittel der Befragten die fehlende Kommunikation mit den Kollegen sowie eine mangelhafte technische Ausrüstung.

Allemal möchten 49,6 Prozent „auf jeden Fall“ im Homeoffice weiterarbeiten. Weitere 37,1 Prozent wollen dies ebenfalls, sofern die Bedingungen dafür stimmen. 44,2 Prozent könnten sich vorstellen, mehr als 2 Tage pro Woche daheim zu arbeiten. Für 35,8 Prozent wären 2 Tage ideal.

Führungskräfte zufrieden

„Smartworking kommt auch bei den Führungskräften gut an“, so Steiner. 50,1 Prozent beurteilten die Leistungen der Mitarbeiter von März bis Mai als sehr gut; 33,3 Prozent als „ziemlich gut“.

Langer Rede kurzer Sinn: „Wir wollen die positiven Aspekte dieses Arbeitsmodells auch nach Corona beibehalten“, sagt Steiner. Als Verhandlungsleiter der Arbeitgeberdelegation präsentierte er dazu gestern den Gewerkschaften einen Vorschlag für ein Rahmenabkommen zu Smartworking, das ab dem 15. Oktober greifen soll.

Dieses fußt auf einer individuellen Vereinbarung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter. „Es wird also nicht ein Modell geben, das wir allen drüberstülpen wie bei der Telearbeit, sondern eine Vielzahl von Modellen“, sagt Steiner. Die Möglichkeiten reichen von einem Nachmittag bis zu mehreren Tagen pro Woche. Man kann die Teilzeit aufstocken, indem man an 2 Nachmittagen von zu Hause arbeitet.

„Im Mittelpunkt steht die Arbeitsanforderung. Wenn die Führungskraft einverstanden ist und die Leistung passt, ist viel möglich“, meint Steiner. Der Vorteil liege auch bei der Verwaltung, die als Arbeitgeber attraktiv bleibe. „Wir können mehr digitale Dienste anbieten oder Telefone bis 19 Uhr besetzt halten, wo jetzt um 17 Uhr Schluss ist.“

bv

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