Montag, 02. September 2019

Hongkong: Tausende beteiligen sich an Universitätsboykott

In Hongkong hat es am Montag erneut Massenkundgebungen gegen die Regierung gegeben, die vor allem von Studenten und Schülern getragen wurden.

Dauerprotest in Hongkong für mehr Demokratie Foto: APA (AFP)
Dauerprotest in Hongkong für mehr Demokratie Foto: APA (AFP)

Schwarzgekleidete Demonstranten blockierten zudem im morgendlichen Berufsverkehr die Türen zahlreicher U-Bahnen und hielten sie so von der Weiterfahrt ab. Tausende Studenten boykottierten die Lehrveranstaltungen, Schüler bildeten Menschenketten.

Am Rande kam es zu kleineren Auseinandersetzungen. Nach Einbruch der Dunkelheit gab es am Montag mehrere Rangeleien. Im dicht besiedelten Stadtteil Mongkok setzte die Polizei Tränengas ein, um Demonstranten auseinanderzutreiben.

Tausende Studenten und Schüler hatten sich zuvor auf dem Campus der Chinesischen Universität von Hongkong versammelt. Sie boykottierten Seminare und Unterricht, um ihre Solidarität mit der Protestbewegung zu unterstreichen, die seit drei Monaten in der ehemaligen britischen Kronkolonie für mehr Demokratie und weniger Einfluss der Pekinger Regierung demonstriert.

„Nahezu außer Kontrolle”

Hongkongs für Sicherheit zuständiger Minister John Lee Ka Chiu sagte, die chinesische Sonderverwaltungszone sei „nahezu außer Kontrolle”. Der Studentenstreik begann am ersten Tag nach den Hochschulferien. „Ich glaube nicht, dass wir etwas verpassen”, sagte der 19-jährige Student Tommy. Der Streik sei „auch eine Form des Lernens”.

Die 17-jährige Schülerin Wong erklärte, die Jugendlichen seien „die Zukunft der Stadt”, die Schüler müssten „Verantwortung übernehmen”, um die Stadt zu „retten”. Wegen des Blockierens der U-Bahn-Türen gab es erhebliche Verspätungen. Das Hongkonger U-Bahn-Netz wird täglich von Millionen Fahrgästen genutzt.

apa/ag

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stol