Freitag, 29. November 2019

Hongkonger Demokratie-Aktivist kritisiert Schweigen des Papstes

Der Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong hat Papst Franziskus fehlenden Rückhalt gegenüber der regierungs- und pekingkritischen Protestbewegung vorgeworfen. Angesichts der gequälten und festgenommenen jungen Menschen dürfe und könne der Papst als religiöses Oberhaupt nicht schweigen, sagte Wong laut Kathpress in einer Videokonferenz mit dem italienischen Senat in Rom am Donnerstag.

Der Demokratie-Aktivist Joshua Wong kritisierte den Papst für sein Schweigen zu den Protesten in Hongkong.
Der Demokratie-Aktivist Joshua Wong kritisierte den Papst für sein Schweigen zu den Protesten in Hongkong. - Foto: © AP / Kin Cheung

Franziskus hatte während seiner jüngsten Asien-Reise in der vergangenen Woche die Hoffnung auf eine friedliche Konfliktlösung bekundet und in einem Telegramm an die pektingtreue Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam einen allgemeinen Wunsch nach „Wohlergehen und Frieden für alle“ bekundet, aber eine direkte Aussage zu den Protesten vermieden.



Wong sagte, in Anbetracht der Interessen des Vatikan an China sei er von den Worten des Papstes nicht überrascht, aber gleichwohl enttäuscht. Er hoffe, Franziskus werde seine Haltung überdenken, wenn die Kundgebungen und die Ausschreitungen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion andauerten. Der Papst müsse dann den Demonstranten und den Menschenrechtsverletzungen mehr Aufmerksamkeit schenken, so der Aktivist.

Ebenfalls enttäuscht äußerte sich Wong über die „gleichgültigen Äußerungen“ von Italiens Außenminister Luigi Di Maio. Organisiert wurde die Konferenz mit der Videoschaltung von der rechtsextremen Partei Fratelli d'Italia und der ultraliberalen Radikalen Partei.

apa

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