Sonntag, 22. Dezember 2019

Hunderte Gaza-Christen warten auf Israel-Visa für Weihnachten

Kurz vor Weihnachten warten immer noch Hunderte palästinensische Christen aus dem Gazastreifen auf israelische Reisegenehmigungen nach Jerusalem und in das Westjordanland.

Zahlreiche Touristen reisen in der Weihnachtszeit nach Betlehem, um die Geburt Christi zu feiern.
Zahlreiche Touristen reisen in der Weihnachtszeit nach Betlehem, um die Geburt Christi zu feiern. - Foto: © APA/afp / HAZEM BADER

600 Christen hätten entsprechende Reisegenehmigungen beantragt, sagte Kamal Ajad, Sprecher der Orthodoxen Kirche in Gaza, am Sonntag. Israel habe aber lediglich nur hundert Menschen, die älter als 40 Jahre sind, eine Reisegenehmigung ins benachbarte Jordanien erteilt – aber nicht nach Jerusalem und Bethlehem.

In Bethlehem im Westjordanland ist nach christlicher Überlieferung Jesus Christus geboren worden. In Jerusalem ist er demnach gestorben und wieder auferstanden.

Die israelische Behörde Cogat teilte mit, dass nach Rücksprache mit den Sicherheitsbehörden Ausreisegenehmigungen nach Jordanien erteilt würden. Außerdem werde es Besuchsgenehmigungen von christlichen Verwandten aus dem Ausland geben.

Zu Reisegenehmigungen nach Jerusalem und in das Westjordanland gebe es noch keine Entscheidungen. Jeder einzelne Fall werde einer Sicherheitsprüfung unterzogen.

Bereits vor Ostern hatte die christliche Gemeinde im Gazastreifen kritisiert, dass Israel nur 200 Christen ab einem Alter von 50 Jahren nur nach Jordanien reisen lasse. Ganz kurz vor Ostern bekamen dann nach israelischen Angaben doch Hunderte Christen die Genehmigung, nach Ost-Jerusalem und in das Westjordanland zu reisen.

Israel hat vor zwölf Jahren eine Blockade über den Gazastreifen verschärft, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsbedenken. Die islamistische Hamas, die im Gazastreifen herrscht, wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Von den rund 2 Millionen Einwohnern im Gazastreifen sind rund ein Tausend Christen.

dpa

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