Mehrere Landtagsabgeordnete der Volkspartei haben im ersten Wahlgang nicht für Schuler gestimmt - dieser hat die Konsequenzen gezogen und auf die Nachfolge von Hans Berger verzichtet.Die SVP-Frauen und der SVP-Bezirk Pustertal hatten sich in den vergangenen Wochen für eine Landesrätin Martha Stocker ausgesprochen. Da in der Landesregierung aber "nur" Hans Berger und nicht auch Michl Laimer nachbesetzt werden sollte, verzichtete Stocker. "Für mich war klar, diese Position gehört Arnold Schuler. Für anderes stand ich nicht zur Verfügung", so die SVP-Landtagsabgeordneten Martha Stocker in einem Interview mit STOL Südtirol Online: Was ist am gestrigen Mittwochabend im Landtag passiert, welche sind die Hintergründe?Martha Stocker: Ich kann nur das wiedergeben, was im Landtag geredet worden ist. Bei der Debatte selbst war ich nicht dabei, aber anscheinend haben einige Oppositionsvertreter erklärt, sie unterstützen die Wahl von Arnold Schuler. Möglicherweise hat dann der eine oder der andere Landtagsabgeordnete überlegt, ihn nicht zu wählen, damit Schuler nicht zu viele Stimmen erhält. Ich hatte diesen Eindruck in Gesprächen mit Kollegen der SVP und der Opposition. Klarerweise hat Schuler dann gesagt: 'Ich gehe nicht in eine Landesregierung, in der mich die Leute nicht wählen.' Ich glaube aber nicht, dass es eine konzertierte Aktion war. Das wäre auch stockdumm. Ich kann nicht verstehen, wie sich Leute nicht an Abmachungen halten: Das sind Dinge, die wir uns nicht erlauben können. Das ist unvorstellbar, undenkbar und unhaltbar.STOL: Wie war die Stimmung gestern Abend in der SVP im Landtag?Stocker: Ich war entsetzt. Wenn man noch ein bisschen Respekt vor sich und der eigenen Partei hat, kann man das nicht tun.STOL: Arnold Schuler hat nach der Niederlage im Landtag seinen Verzicht auf das Amt als Landesrat erklärt. Werfen Sie Ihren Hut in den Ring?Stocker: Ich denke, dass es angesichts all dieser Ereignisse und Vorkommnisse aus meiner Sicht das absolut Beste ist, wenn es irgendwie möglich ist, bei der Größe der Landesregierung so wie sie jetzt ist, zu bleiben. Es sollte meiner Ansicht nach also keine Nachbesetzung mehr geben. Das gebietet auch der Respekt vor Arnold Schuler.STOL: Landeshauptmann Durnwalder hat sich wegen des Proporzes für eine Aufstockung ausgesprochen.Stocker: Ich habe dies von zwei verschiedenen unabhängigen Quellen überprüfen lassen und demnach würde es auch mit sieben Mitgliedern gehen. Deshalb sage ich: Die einzige gescheite Entscheidung wäre jetzt, bei der Nachfolgefrage nichts mehr zu tun.STOL: Angenommen, die Landesregierung wird trotzdem aufgestockt. Welche Namen kämen für Sie in Frage?Stocker: Ich befasse mich damit nicht, da ich davon ausgehe, dass die Landesregierung nicht aufgestockt wird. Ich bin nicht am Amt interessiert.Interview: Rupert Bertagnolli ______________________________________________________________________________________War Schuler konsequent? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit und stimmen Sie ab bei der STOL-TED-Umfrage.