Donnerstag, 24. November 2016

„Ich setze mit dieser Verfassungsreform alles aufs Spiel“

Bei der Referendumskampagne über die Verfassungsreform rückt das Thema Briefwahl immer mehr in den Vordergrund. Die 5 Stelle fürchten Wahlbetrug und fordern Beobachter. Indessen misst sich der Premier im TV mit den Verfassungsreform-Gegnern.

Für Matteo Renzi wird es ernst: Am 4. Dezember stimmt Italien über seine Verfassungsreform ab.
Für Matteo Renzi wird es ernst: Am 4. Dezember stimmt Italien über seine Verfassungsreform ab. - Foto: © APA/AFP

Die Bewegung 5 Stelle befürchtet Betrügereien mit den Stimmen der Auslandsitaliener und fordert den Einsatz von Beobachtern. Voraussichtlich 1,2 Millionen Auslandsitaliener werden sich am Referendum beteiligen, was circa fünf Prozent der Wählerstimmen entsprechen könnte.

„Wir befürchten Betrügereien. Daher fordern wir den Einsatz von Wahlbeobachtern“, erklärte der Spitzenvertreter der Bewegung, der Vizepräsident der Abgeordnetenkammer, Luigi Di Maio.

Harsche Kritik von Gentiloni

Seine Forderung löste eine empörte Reaktion von Außenminister Paolo Gentiloni aus. „Auslandsitaliener sind keine Bürger zweiter Klasse oder potenzielle Betrüger. Ich begreife, dass angesichts des ungewissen Ausgangs des Referendums die Briefwahl eine besondere Bedeutung erlangt. Das rechtfertigt jedoch nicht verleumderische Unterstellungen“, protestierte Gentiloni laut Medienangaben.

Renzi: „Die Tore der Zukunft öffnen“

Premier Matteo Renzi beteiligte sich am Mittwochabend an einem von RAI 1 gesendeten Wahlduell mit Gegnern seiner Verfassungsreform. „Ich setze mit dieser Verfassungsreform alles aufs Spiel. Wenn wir nicht die Verfassung ändern, werden uns andere Länder überholen. Italien steht vor der großen Chance, die Tore seiner Zukunft zu öffnen“, so Renzi.

apa

stol