Freitag, 07. Januar 2022

„Ende Jänner soll der Höhepunkt erreicht werden“

Bis zum 31. Jänner haben die über 50-Jährigen in Italien Zeit, sich erstimpfen zu lassen. Jene Arbeitnehmer über 50, die bis zum 15. Februar nicht geimpft sind, werden suspendiert, bekommen kein Gehalt und zahlen eine saftige Strafe. Was sagt Südtirols Gesundheitslandesrat Thomas Widmann zu diesen Maßnahmen?

Thomas Widmann: „Ich wäre für eine 2G-Pflicht für alle Arbeitnehmer gewesen.“
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Thomas Widmann: „Ich wäre für eine 2G-Pflicht für alle Arbeitnehmer gewesen.“ - Foto: © Screenshot
Um die Pandemie in Italien unter Kontrolle zu bringen, hat die italienische Regierung am Mittwochabend eine Impfpflicht für alle über 50-jährigen beschlossen. Wer sich nicht an die ab 15. Februar geltende Vorschrift hält, riskiert eine Geldstrafe von 600 Euro bis 1500 Euro. Die Impfpflicht soll vorerst bis zum 15. Juni gelten.




Reicht dies aus, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen? „Wenn man sich die Zahlen der vergangenen Tage in Italien anschaut, dann sieht man, dass wir uns eindeutig inmitten der Omikron-Welle befinden“, sagt Gesundheitslandesrat Thomas Widmann zu STOL. „Die Infektionszahlen steigen massiv, auch in Südtirol.“




„Noch ist aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht“, so Widmann: „Die meisten Experten gehen davon, dass erst Ende Jänner der Höhepunkt der Omikron-Welle erreicht werden wird.“


Er befürworte die Einführung der Impfpflicht für die über 50-Jährigen. In Südtirol betreffe diese Maßnahme 30.000 Personen. In ganz Italien sind es mehr als 2 Millionen.

„Allerdings“, so Widmann, „wird diese Maßnahme die Omikron-Welle nicht signifikant verändern, da die Maßnahme erst im Februar greift und der Höhepunkt der Omikron-Welle ja für Ende Jänner vorausgesagt wird“.





Nichtsdestotrotz sei diese Maßnahme wichtig für die kommenden Monate. Er selbst wäre noch weitergegangen als die italienische Regierung: „Ich wäre für die 2G-Pflicht für alle Arbeitnehmer, nicht nur für die über 50-Jährigen“, so Widmann.


Es gibt aber auch eine gute Nachricht: „So wie es ausschaut, scheint die Omikron-Variante weniger schwere Erkrankungen hervorzurufen, als die Delta- oder die englische Variante.“ Nichtsdestotrotz sei es wichtig, dass sich noch mehr Bürger impfen lassen: „Denn je mehr Bürger geimpft sind, desto niedriger ist die Belastung in den Krankenhäusern.“ Denn für Ungeimpfte stelle auch die Omikron-Variante eine Gefahr dar, so der Gesundheitslandesrat.

sor