Freitag, 18. März 2016

„Ich will das Schicksal von Bozen ändern“

Als ehemaliger Gemeinderat kennt er Bozens politische Innereien. Um dem Stillstand ein Ende zu bereiten, tritt Mario Tagnin nun als Bürgermeisterkandidat des Mitte-rechts-Bündnisses an. Dabei outet er sich als Befürworter des Benkoprojekts, des Flughafens und als nicht abgeneigter SVP-Bündnispartner.

Mario Tagnin will - unterstützt von einem Mitte-rechts-Bündnis - Bürgermeister von Bozen werden.
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Mario Tagnin will - unterstützt von einem Mitte-rechts-Bündnis - Bürgermeister von Bozen werden. - Foto: © STOL

„Ich bin Vater von drei Kindern und seit 20 Jahren verheiratet. Um eine Ehe so lange zu erhalten, muss man gut sein im Kompromisse eingehen“, sagt Tagnin zu den Fähigkeiten, die ihn als Kandidat eines Bündnisses auszeichnen.
Denn seit Donnerstag ist fix: Das Mitte-rechts-Lager mit Lega Nord, Forza Italia, Alto Adige nel cuore und Unitalia hat sich auf den Zahnarzt als Bürgermeisterkandidat für Bozen geeinigt (STOL hat berichtet).

Eine beweglich Alternative

Warum er jetzt antritt, nachdem er bei den Wahlen 2010 dem PDL-Kandidaten Robert Oberrauch den Vorrang gelassen hatte: „Ich will das Schicksal von Bozen ändern. Durch Mitte-links und die ganzen Bündnisse wurde die Landeshauptstadt unbeweglich. Nun muss eine Alternative her“, so Tagnin in Anbetracht der Neuwahlen am 8. Mai.

Eine SVP habe nicht genügend Wähler, um dies zu schaffen. „Ich hoffe daher, alle zu vertreten, die sich eine Änderung wünschen“, geht der Kandidat bereits geschickt auf Wählerfang auch unter den unzufriedenen Anhängern anderer Parteien.

Mitte-rechts und SVP wie in Leifers?

Was eine Zusammenarbeit mit der SVP betreffe, so sagt Tagnin, dass die Blockfreiheit die echte Natur des Edelweißes sei. „Wir werden unser Programm vorstellen, dann werden wir sehen, ob das für die SVP gut sein kann“, so der Bürgermeisteranwärter, der sich eine Zusammenarbeit – wie in Leifers - aber durchaus als Lösung vorstellen könne.

Ja zu Benko

Zu den heiklen Themen in Bozen meint Tagnin, dass es der ehemalige Bürgermeister Luigi Spanolli verabsäumt habe, etwa das Benkoprojekt offen zu präsentieren und zu erklären. „Es handelt sich um einen Stadtteil, der von allen als gefährlich angesehen wird. Besser wäre doch, er ist modern und schön“, so Tagnin. Auch weil er ein Befürworter von Einkaufszentren sei. Die Konkurrenz belebe das Geschäft und sonst würden sich die Leute halt außerhalb das Angebot suchen und einkaufen gehen.

„Doch es wird sich zeigen, was die Leute denken, denn es gibt ja ein Referendum“, so Tagnin.

Ja zum Flughafen

Dieselbe Haltung nimmt der Kandidat zum Bozner Flughafen ein. „Bozen und Südtirol müssen erreichbar sein“, sagt er – und verweist auf ein unbedingtes Muss der dritten Autobahnspur, auf gute Zugverbindungen nach Nord und Süd – und: „Auch der Flughafen ist wichtig.“
Tagnin: „persönlich bin ich einverstanden, aber auch hier werden die Bürger von ganz Südtirol abstimmen“.

stol/ker

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Neben Mario Tagnin, der für ein Mitte-rechts-Bündnis in Bozen an den Start geht, stellen sich auch Renzo Caramaschi für das Mitte-links-Lager, Christoph Baur für die SVP, Norbert Lantscher für die Grünen und Giorgio Holzmann für seine Bürgerliste der Wahl zum Bürgermeister von Bozen. 

stol