"In Südtirol lassen sich immer mehr Schüler vom Religionsunterricht befreien", betont die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer auf einer Pressekonferenz und präsentiert dazu einige Statistiken. Demnach steigen sowohl in der Grund- und Mittelschule als auch in der Oberschule steigen die Austritte konstant an."Im Schuljahr 2013/2014 meldeten sich insgesamt 6,3% der Schulkinder in den Grundschulen, 6,2 Prozent der Schüler in den Mittelschulen und 7 Prozent der Oberschüler vom Religionsunterricht ab. Während sich die Abmeldungen in den deutschen Schulen des Landes in Grenzen hielten, stiegen sie in den italienischen Schulen besonders stark an, was sicherlich mit dem höheren Ausländeranteil zu tun hat", mutmaßt die Freiheitliche. In den deutschen Schulen meldeten sich im laufenden Schuljahr 4,7 Prozent der Grundschüler, 4,3 Prozent der Mittelschüler und 4,4 Prozent der Oberschüler ab, während sich in den italienischen Schulen 11,8 Prozent der Grundschüler, 12,2 Prozent der Mittelschüler und ganze 14,7 Prozent der Oberschüler vom Religionsunterricht verabschiedeten.Besorgt ist Oberhofer auch um die Zukunft der Religionslehrer: In Südtirols Grundschulen deutscher Muttersprache gibt es 147 Religionslehrer mit unbefristetem Arbeitsvertrag, an den Mittelschulen 54 Religionslehrer, in den Oberschulen sind es 36. "Wie wird ihre Zukunft angesichts der auch künftig ansteigenden Abmeldungen vom Religionsunterricht aussehen?", fragt Oberhofer. "Die anhaltende Zuwanderung in unser Land und die demografische Entwicklung werden sicherlich dazu beitragen, dass sich noch mehr Schüler vom Religionsunterricht abmelden werden. Auch mit der Forderung nach islamischen Religionsunterricht an Südtiroler Schulen wird sich die Landesregierung irgendwann konfrontiert sehen müssen", äußert sie Bedenken. Unabhängig von den Abmeldungen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer anderen Konfession ist laut Oberhofer jedoch auch anzunehmen, dass sich ebenso einheimische Schüler, insbesondere an Oberschulen, vermehrt vom Religionsunterricht abgemeldet haben. "Hierzu fehlen jedoch seitens des Landesstatistikinstituts ASTAT jegliche Daten. Verschlimmert sich die Situation der Abmeldungen weiter, dann wird ein eindeutiges Identitätsproblem der einheimischen Jugend auf Südtirol zukommen, denn Religion trägt einen wichtigen Teil zur Identitätsbildung bei", so die Freiheitliche. stol