Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner und Soziallandesrätin Rosmarie Pamer stellten gestern die gemeinsamen Strategien für den demografischen Wandel vor.<BR /><BR />In Südtirol kommen immer weniger Neugeborene auf die Welt, 2023 waren es nur mehr 4690 gewesen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Alten ständig an – und für diese muss die Betreuung und Versorgung ausgebaut werden. Etwa 30 Prozent der Menschen in Südtirol sind chronisch krank und allein für diese müssen über 70 Prozent der Gesundheitsressourcen ausgegeben werden. Etwa 3000 bis 4000 Menschen in Südtirol leiden unter Demenz – die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, und jährlich wird bei weiteren 1000 Bürgern Demenz festgestellt. <h3> 10 Gemeinschaftshäuser entstehen</h3>Um ältere Menschen wohnortnah zu versorgen, werden 10 Gemeinschaftshäuser in Südtirol im Rahmen des PNRR entstehen – bis Mitte 2026, sagt Landesrat Messner. 5 Gemeinschaftshäuser werden neu errichtet: in Bozen, Leifers, Neumarkt, Meran und Bruneck. Zu Gemeinschaftshäusern ausgebaut werden hingegen die Sprengel von Klausen, Brixen, Sterzing, Innichen und Naturns, sagt Ressortdirektor Michael Mayr. Dort können sich die Patienten direkt an die Fachärzte wenden. In Meran, Bozen und Neumarkt werden auch Betten für Patienten bereitstehen: Im Falle einer Lungenentzündung können die Patienten dort vom Hausarzt begleitet werden.<BR /><BR />Auch 4 Kompetenzzentren für Demenz werden in Südtirol errichtet – eines davon in Margreid. „Dieses steht schon in den Startlöchern“, sagt Landesrätin Pamer. Weitere Zentren seien im Osten und Westen des Landes geplant. Eventuell könnten dabei Seniorenwohnheime umgebaut werden. Derzeit sei man dabei, die Kriterien zu verfassen, wie diese Kompetenzzentren ausschauen sollen, berichtet Pamer. Ein großes Ziel sei die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Es soll deutlich mehr Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen für Demenz-Kranke geben. „Da herrscht ein großer Mangel in den Seniorenwohnheimen“, sagt Pamer. <h3> Ein neues Landhaus in Bozen</h3>Auch für Langzeitkranke mit Schwerstbehinderungen braucht es mehr Plätze: In „Special Care Units“ – spezialisierten Einheiten, die in allen Gesundheitsbezirken außerhalb von Bozen geplant sind –, sollen Wachkoma-Patienten untergebracht werden, Patienten in vegetativem Zustand und Patienten mit dem Locked-in-Syndrom, die unfähig, sich zu bewegen, aber geistig völlig klar sind, erklärt Mayr. Derzeit werden solche Patienten in Firmian betreut, vorgesehen ist eine Betreuung auch in Meran (St. Josef). Künftig sollen mehr solche Patienten von der Kostenbeteiligung befreit werden.<BR /><BR />Damit Synergien zwischen Sanität und Soziales besser genutzt werden können, wird ein Haus des Sozialen und der Gesundheit entstehen – hinter dem Landhaus 12 am Bozner Boden. Alle Ämter von Sanität und Sozialem werden dort untergebracht, weiters sind dort von 650 Arbeitsplätzen rund 190 für den Dritten Sektor vorgesehen.