Mittwoch, 23. März 2022

Immer wieder Meldungen über gefallene russische Generäle: Erklärungsversuche

Die russische Armee hat im Krieg in der Ukraine nach nur 3 Wochen schon 5 Generäle verloren, das ist mehr als ungewöhnlich. Die Experten des österreichischen Heeres sehen mehrere Ursachen.

Witali Gerasimow ist einer der gefallenen russischen Generäle. - Foto: © Commons Wikimedia

„Aufgrund der Aufklärungsunterstützung durch die NATO, speziell durch die USA, kann davon ausgegangen werden, dass die ukrainischen Streitkräfte in der Lage sind, die Hauptquartiere hoher russischer Kommanden immer wieder gezielt anzugreifen“, sagt Oberst Markus Reisner, „dies ist in einem Fall dokumentiert. Dazu kommt, dass die russischen Kräfte offensichtlich unter Kommunikationsproblemen leiden.“

Ein abhörsicheres, russisches Kommunikationssystem funktioniert nicht zuverlässig. Teilweise müssen russische Militärs mit normalen Handys telefonieren. Solche Gespräche können vom ukrainischen Militär abgehört oder mittels Blockade der russischen Vorwahl unterbunden werden Dies führe dazu, dass sich die Kommandanten mit ihren beweglichen Gefechtsständen nahe an die vordersten Frontlinien bewegen. „Hier können sie bei mangelnder Eigensicherung aber Ziel von Scharfschützen werden. Auch dies ist in zumindest einem Fall belegt“, so Reisner.

Laut übereinstimmenden Medienberichten sind 5 Generäle und 7 Oberste in der Ukraine gefallen: Witali Gerasimow (44), Stabschef der 41. Armee aus Nowosibirsk; Andrei Suchowetzki (47), Vizechef dieser Armee; Andrei Kolesnikow (45), Chef der 29. Armee aus Chita, und Oleg Mitjajew (48), Chef der 150. Schützendivision der 8. Gardearmee aus Nowotscherkassk. Am Samstag kam Generalleutnant Andrey Mordvichev Kommandant der 8. Armee, dazu.

Die Todesumstände sind oft unklar, schreibt die Zeitung „Die Presse“. Ein Scharfschütze soll Suchowetzki getötet haben, Mitjajew bei Mariupol in einen Hinterhalt geraten sein. Bei Kriegsbeginn ging man von 20 Generälen der Russen in der Ukraine aus. Die US-Armee verlor in den vergangenen 50 Jahren einen General, das war 2014 in Kabul.

apa

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