Montag, 06. August 2018

Impf-Sanktionen greifen erst ein Jahr später

Die Impf-Sanktionen werden für ein Jahr ausgesetzt. In Südtirol, bei Sanität, Gesundheits- und Bildungsressort vernimmt man dies mit Freude.

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Foto: © shutterstock

SVP-Senatorin Julia Unterberger hatte indes im Senat gegen den Aufschub gestimmt. „Die Diskussion im Senat ging nicht eigentlich um den Aufschub, sondern driftete in eine ideologische Diskussion pro und contra Impfpflicht ab“, erklärt Unterberger ihr Abstimmungsverhalten: „Mir und der Autonomiegruppe war es in diesem Moment wichtig, ein klares Statement für die Impfpflicht auszusprechen.“ Sie sei einfach absolut überzeugt von der Notwendigkeit des Impfens – vor allem als Schutz für geschwächte Kinder, die nicht geimpft werden können. „Natürlich können die Sanktionen ein Jahr warten – aber die Dynamik im Senat war eben eine andere.“

Ganz konkret ändert sich für und in Südtirol durch die römische Entscheidung nichts.

„Wir werden an unserem Fahrplan festhalten. Alle Einladungen zur Impfung bleiben selbstverständlich weiterhin aufrecht. Und auch das weitere Vorgehen. Sollte der ersten Einladung nicht Folge geleistet werden, erfolgt eine zweite und dann eine Einladung zu einem Impfgespräch“, erklärt Gesundheitslandesrätin Martha Stocker. Damit, dass man in Rom für die Sanktionen einen Aufschub gewährt, hatte sie zudem schon länger gerechnet – einfach aus organisatorischen Gründen. Und eben diese nehmen nun von der Sanität den Zeitdruck.

Der Widerstand der Impfgegner ist mit dem Aufschub allerdings nicht gebrochen. Morgen sollen Ministerin Giulia Grillo aus der Region Trentino-Südtirol über 22.000 Unterschriften überreicht werden. Die Initiatoren der Petitionen, Andreas Pöder für Südtirol und Domenico Orecchio für das Trentino, werden „ihre“ 15.114 bzw. 7036 Unterschriften überreichen.

Der Aufschub ist Teil des „milleproroghe“-Gesetzentwurfes. Am Montag wurde das Gesetz vom Senat genehmigt, nun folgt die Abstimmung in der Abgeordnetenkammer.

D/ih

stol